Blockade gegen Kuba – USA bleibt stur

UN-Vollversammlung spricht sich deutlich für Ende der Blockade gegen Kuba aus. Washington ist isoliert

Gratulantenschar: Kubas Außenminister Bruno Rodríguez nimmt nach dem Votum der UN-Vollversammlung am Dienstag in New York Glückwünsche entgegen Foto: Lucas Jackson / Reuters
Gratulantenschar: Kubas Außenminister Bruno Rodríguez nimmt nach dem Votum der UN-Vollversammlung am Dienstag in New York Glückwünsche entgegen
Foto: Lucas Jackson / Reuters

Die UN-Vollversammlung hat am Dienstag (Ortszeit) fast einstimmig die Beendigung der US-Blockade gefordert. Die von Havanna eingebrachte Resolution wurde von 191 der 193 Mitgliedsstaaten unterstützt. Lediglich die USA selbst und Israel stimmten, wie seit Jahren, als einzige dagegen. Mikronesien, Palau und die Marshallinseln, die sich im Vorjahr noch der Stimme enthalten hatten, votierten diesmal für die von Havanna vorgelegte Resolution. Als das Rekordergebnis auf der Anzeigentafel erschien, wurde es mit stehenden Ovationen bejubelt. Zahlreiche Diplomaten hatten sich erhoben, um die Vertreter Kubas zu beglückwünschen und sie zu umarmen. Havannas bisher größter Erfolg in der Generalversammlung der Vereinten Nationen ist weltweit begrüßt worden. »Ein weiterer Sieg für unser Amerika«, schrieb Venezuelas Präsident Nicolás Maduro per Twitter aus Caracas. Auch andere Präsidenten und Regierungen gratulierten. Zugleich hagelte es Kritik an den USA. Die von Washington seit 53 Jahren gegenüber Kuba aufrechterhaltenen Sanktionen seien »Relikte der Vergangenheit und des Kalten Krieges«, kritisierte der russische UN-Vertreter Witali Tschurkin.

Havannas Außenminister Bruno Rodríguez bezeichnete die Gegenstimme der USA auf einer Pressekonferenz in New York am Dienstag nachmittag (Ortszeit) als »enttäuschend«. Er spielte damit auf zuvor verbreitete Agenturmeldungen an, denen zufolge in Kreisen der Obama-Administration auch die Möglichkeit einer Enthaltung diskutiert worden war. Diese Geste war schließlich aber wieder verworfen worden. Trotzdem erwarte er, dass Regierung und Kongress der Vereinigten Staaten noch vor dem Herbst nächsten Jahres ernsthafte Schritte zur Beendigung der Blockade einleiteten, erklärte Rodríguez gegenüber den Medienvertretern. Wie im Resolutionstext beschrieben, sei auch er persönlich vom guten Willen Barack Obamas überzeugt, die »ineffiziente, grausame und ungerechte Politik« der Blockade zu überwinden. Ein Urteil könne man sich aber nur über das bilden, was tatsächlich gemacht wird. Und die Handlungen zeigten, »dass es seit dem 17. Dezember 2014, als die Präsidenten Barack Obama und Raúl Castro eine Annäherung beider Länder ankündigten, keine substantiellen Veränderungen in der Anwendung der Blockade gegeben hat«. Im Gegensatz zu vielen Absichtserklärungen werde die Blockade weiterhin vollständig und komplett angewendet.

In seiner Rede hatte Rodríguez bereits am Vormittag kritisiert, dass die zweitgrößte französische Bank, Crédit Agricole, erst vor einer Woche wegen ihrer Geschäftsbeziehungen zu Kuba eine Strafe von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar (eine Milliarde Euro) anerkennen musste. In diesem und im vergangenen Jahr hatten mehrere Geldinstitute Rekordstrafen zahlen müssen, gegen die Deutsche Bank wird derzeit ermittelt. Die Aktionen der US-Finanzbehörde treiben den Risikoaufschlag der Kreditinstitute für Geschäfte mit Kuba um ein Vielfaches in die Höhe, was der Wirtschaft des Landes, wie es die Blockade beabsichtigt, weitere schwere Schäden zufügt.

Rodríguez bekräftigte das Interesse seiner Regierung an einer Normalisierung der Beziehungen zur Regierung der USA, wies aber zugleich darauf hin, dass normale Beziehungen zwischen den beiden Ländern solange nicht möglich seien, wie die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade bestehe. Dies zu verändern sei keine Frage von Verhandlungen oder Formulierungen in einer Resolution, sondern sei einzig und allein die Entscheidung der USA. »Unser Land hat keine Blockade gegen die USA verhängt, behindert keine US-amerikanischen Unternehmen und schränkt nicht die Reisefreiheit US-amerikanischer Touristen ein«, sagte der Außenminister aus Havanna. Sein Land, hatte Rodríguez außerdem betont, werde zudem nie seine Souveränität aufgeben und niemals über sein sozialistisches System verhandeln.

Die Isolierung Washingtons wurde nicht nur durch das Votum der Weltgemeinschaft dokumentiert, sondern auch durch Beiträge der Vertreter aus Kolumbien, Paraguay und Mexiko. Länder, die gewöhnlich den Vorgaben der USA brav folgen. Am Dienstag bezeichneten jedoch die Abgesandten aller drei Regierungen die US-Blockade als »illegal« und verurteilten sie als »Verstoß gegen internationales Recht«. Die Vertreterin Nicaraguas formulierte es einfacher. Sie nannte Washingtons Blockadepolitik gegenüber Kuba schlicht »kriminell«.

Von Volker Hermsdorf, junge Welt

“Weg mit der Blockade gegen Kuba!”

Trotz der vorsichtigen Annäherung und den vielen netten Worten – Die Regierung der USA hat im 2015 das wirtschaftliche Embargo gegen Kuba sogar noch verstärkt! Eine Politik die auf die Verschlechterung der Wirtschaft Kubas abzielt und die Bevölkerung in die Armut und somit in die Unzufriedenheit mit dem Status Quo zwingen soll.

1. Mai in Kuba: "Nein zur Blockade"
1. Mai in Kuba: “Nein zur Blockade”

Letzte Woche musste  die französische Bank Crédit Agricole an die US-Behörden mehr als eine Milliarde Dollar bezahlen. Laut Bericht der OFAC habe die französische Bank 173 elektronische Überweisungen im Wert von etwas über 97 Millionen Dollar getätigt, die in Verbindung mit Kuba standen und über in den Vereinigten Staaten ansässigen Finanzinstitutionen gelaufen seien. Weiter wurden in den Bereichen Finanzen aus ähnlichen Gründen auch die Credit Suisse und die deutsche Commerzbank zu Sanktionen in Millionenhöhe verdonnert.

Auch in der Forschung traf es Firmen. Der amerikanischen Firma “Gen Tech Scientific” wurde verboten an Kuba das Gerät “Chromatographs of Agilent 5975C” zu verkaufen. Dieses Gerät wird in der Biochemie zum Bestimmen von Diagnosen und ebenfalls in der Forschung gebraucht.

Am 1. Juni 2015 weigerte sich die US-Firma “Sigma-Aldrich Corporation”, eines der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung von chemischen und biochemischen Produkten, die kubanische Firma “Quimimpex” mit dringend benötigten chemischen Produkten zu versorgen. Sigma-Aldrich teilte mit, dass Sie auf Grund der US-Sanktionen mit Kuba keinen Export, Re-Export und schon gar keinen Import tätigen dürfen. Auch der Verkauf oder die Lieferung von Waren, Dienstleistungen oder Technologie direkt oder indirekt sei verboten.

Am 2. Juni 2015, also nur einen Tag später, teilte die Firma Boiler Company, LLC mit, dass sie von “Quimimpex” bestellte Produkte, die für kubanische Wasseraufbereitungsanlagen gebraucht werden, nicht liefern könnten, da es Ihnen nicht erlaubt sei, Produkte an Kuba zu senden.

Dies sind nur einige wenige Beispiele die sich 2015 ereignet haben und Kuba sowohl finanziell, aber auch in der Forschung sehr stark geschadet haben.

Heute wird die internationale Gemeinschaft in den Vereinten Nationen wieder zur Blockade Stellung nehmen. Dabei wird es wieder zu einer Abstimmung kommen. Wie in den letzten Jahren werden sich wieder alle Länder auf die Seite von Kuba stellen. Spannend wird sein wie sich dieses Jahr die USA und Israel verhalten. Es waren die einzigen zwei Länder die jedes Jahr gegen die Aufhebung der Blockade gestimmt haben. Es könnte durchaus sein, dass zumindest Israel sich dieses Jahr der Stimme enthält. Auch auf Grund dessen, dass es von der US-Regierung über die Annäherung mit Kuba im letzten Dezember nicht mal informiert wurde. So oder so, wird die Blockade jedoch bestehen bleiben. Die kann nur der US Senat aufheben.

Die US Blockade gegen Kuba hat dem Karibik Staat einen enormen Schaden angerichtet. Die kubanische Tageszeitung “Granma” meinte in einem heutigen Leitartikel dazu:

Der jährliche Bericht mit dem Titel „Notwendigkeit der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen Kuba ein Ende zu setzen“ beziffert die Verluste, die sich im Verlauf der mehr als ein halbes Jahrhundert andauernden Aggression angehäuft haben (unter Berücksichtigung der Fluktuation des Goldwertes, auf 833) auf ca.75 Milliarden Dollar.

Nach Aussagen von Fachleuten ist dies eine konservative Berechnung, die in der Praxis um ein Vielfaches höher liegen kann, da die Blockade nicht nur die Mehrkosten beinhaltet, die dadurch entstehen, dass Kuba auf entfernte Märkte zurückgreifen muss, sondern auch die Verluste von vielen Millionen Dollar für Geschäfte, die dem Land entgangen sind, weil sie auch Furcht vor Sanktionen nicht zustande gekommen sind und die Verluste, die sich daraus ergeben, dass es Kuba nicht möglich ist, seine Produkte auf dem Weltmarkt zu verkaufen.”

Die Blockade bleibt eine absurde und moralisch unhaltbare Politik. Sie führt nicht dazu dem kubanischen Volk die Entscheidung zu verweigern sein eigenes politisches System zu wählen. Auch wird es nicht dazu führen, dass die Kubaner die Kontrolle über ihre eigene Zukunft verlieren. Dies hat der US-Präsident Obama anerkannt und muss nun endlich ein Ende nehmen!

(kubainfos)

Kuba: Brigade José Martí 2015 – Ein Reisebericht

Mit diesem Reisebericht von drei Schweizer Genossinnen verabschiedet sich das Kollektiv um Kubainfos für einige Wochen nach Kuba. :-)  Viel Spass beim lesen und ihr werdet ab Oktober wieder von uns hören. Unter anderem werden wir einen Artikel über Stadtentwicklung in Santiago de Cuba schreiben. Ein sehr spannendes Thema.

Bis bald!

Das Kubainfos Kollektiv

Die internationalen Arbeitsbrigaden haben in Kuba eine lange Tradition. Im Vordergrund steht die Solidarität mit dem kubanischen Volk. Schon seit Jahren interessierten wir uns für eine solche Reise. Wir wollten Kuba aus einer anderen Perspektive kennenlernen, fernab von den touristischen Klubferien in Varadero. Wir wollten die sozialpolitischen Errungenschaften Kubas kennenlernen. Die Geschichte der Revolution und die persönliche Wahrnehmung der Kubanerinnen und Kubaner selber hören.
Dieses Jahr war es dann endlich so weit. Wir flogen nach Havanna, wo wir am Flughafen spät in der Nacht von einem für die deutschsprachigen Brigadistas zuständigen Kubaner in Empfang genommen wurden. Nach einer kurzen Nacht erwachten wir in den frühen Morgenstunden im Campamento. Beim umherlaufen lernten wir Brigadistas aus ganz Europa und die im Campamento arbeitenden Kubanerinnen und Kubaner kennen.
Während fünf Halbtagen leisteten wir 157 Brigadistas aus 17 europäischen Ländern praktische solidarische Arbeit in der Landwirtschaft. Wir hätten nicht gedacht, dass es eine derart einfache Landwirtschaft ohne industrielle Maschinen überhaupt noch geben kann. Wir pflückten von Hand Guaven und legten sie auf einen von Ochsen gezogenen Holzkarren. Wir jäteten von Hand in Kürbisfeldern, düngten Bohnenpflanzen mit Kübeln. Dabei hatten wir die Ehre, kubanische Bäuerinnen und Bauern kennenzulernen. Sie erzählten von ihrem Leben, von Arbeit, Familie und Liebschaften. Diese Begegnungen werden für immer in unserer Erinnerung bleiben.
In zahlreichen Vorträgen wurden die kubanische Sozial- und Wirtschaftpolitik thematisiert und selbstkritisch hinterfragt. So versucht man seit 2010 durch Privatisierungen den wirtschaftliche Wachstum zu steigern. Dabei begegnet Kuba vielen Schwierigkeiten, auf die wiederum neue Lösungen gesucht werden müssen. An den sozialen Errungenschaften im Bereich der Bildung und der medizinischen Versorgung möchte Kuba aber selbstbewusst und kämpferisch festhalten. Die von den europäischen Teilnehmerinnen diesbezüglich geäusserten Sorgen wurden vehement und fast ein wenig brüskiert abgewunken. Der Sozialismus soll verbessert und nicht abgeschafft werden. Doch Änderungen in der Wirtschaftspolitik seien unumgänglich. Die Staatskassen sind leer. Dies äussert sich nicht nur in für Touristen sichtbare Probleme wie dem Zerfall der historischen Gebäude in der Altstadt Havannas. Die kubanische Bevölkerung leidet unter dem massiven materiellen Mangel. Die nationale Produktion ist viel zu niedrig, um die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung zu befriedigen, somit ist der Staat gezwungen, Güter zu importieren. Paradoxerweise stammt der überwiegende Teil der Importe aus den USA, trotz (immer noch bestehendem!) Handelsembargo. Das am längsten in der Geschichte andauernde Handelsembargo wurde zwar im Janaur 2015 gelockert. Diese Massnahmen genügen jedoch nicht, um den massiven ökonomischen Rückstand der kubanischen Wirtschaft im Vergleich zu den anderen Staaten aufzuholen. So fehlen beispielsweise Dialysegeräte, gewisse Medikamente wie Krebsmedikamente gegen Leukämie etc.

Einer der nächsten Schritte Kubas wird die Abschaffung der doppelten Währung sein. Zurzeit besteht die Landeswährung der kubanischen Pesos (CUP) und die von den Touristen verwendeten konvertiblen kubanischen Pesos (CUC). Wie man diese Umstellung konkret erreichen will ist jedoch noch unklar.
Ein grosses und abwechslungsreiches kulturelles Programm rundete das Programm ab. Jeden Abend fanden im Campamento Musikdarbietungen (Tanz und Livemusik) statt. Anschliessend wurde bis spät in die Nacht leidenschaftlich getanzt. Nicht selten kamen Anwohnerinnen und Anwohner des nahegelegenen Dorfes vorbei und feierten mit. Während über zwei Wochen begleiteten uns moderne, von den jungen Kubanerinnen und Kubanern innig geliebten Salsa- und Reggaetonrythmen in den Schlaf. Wir wurden von Gemeinden und in Kulturzentren zu Tanz- und Theratervorführungen eingeladen.
An den Nachmittagen bestand die Möglichkeit, auf dem zum Campamento gehörenden Feld Sport zu treiben. Sport hat in Kuba einen sehr hohen Stellenwert. Die jungen Kubanerinnen und Kubaner stellen beim Kennenlernen relativ schnell die Frage, welche Sportart man bevorzuge. Ein Höhepunkt war sicher der Besuch kubanischer Sportgrössen im Campamento. In einer langen und feierlichen Zeremonie übergaben ehemalige Olympiasieger den Siegern des Freundschaft-Wettlaufens, den die Brigadistas sich an diesem Tag vom nahegelegenen Dorf bis zum Campamento geliefert hatten, Blumen und Urkunden.

Natürlich gehörten Besuche von Monumenten und historischen Stätten ebenfalls zum Programm. Wir besuchten Santa Clara, die Stadt des Ché. Dort befindet sich das Mausoleum des Ché, sowie der Ort, wo die Revolutionäre den Zug der Regierungstruppen zum entgleisen brachten.
Wir waren erstaunt, wie demokratisch der Entscheidungsfindungsprozess auf politischer Eben eigentlich ist. Auf Gemeindebene kann sich jede und jeder, schwarz, mulattin oder weisse, unabhängig davon, ob man Mitglied der kommunistischen Partei ist oder nicht, zur Wahl aufstellen lassen. Teure und parteipolitische Kampagnen gibt es nicht. Für uns ein ungewohntes Bild: in den Parlamentssessel sassen auffällig viele Frauen und dunkelhäutigen Personen.

Vier Tage habe wir in Playa Giron, am karibischen Meer, verbracht. Dort gab es einen Swimmingpool und grosszügige Hotelbuffets. Unvergesslich in der Erinnerung bleibt das Baden im türkisblauen karibischen Meer. Sowie die tausenden am Boden herumlaufenden Krabben aller Grössen. Bekannt ist der Ort primär für den historischen Kampf in der Schweinebucht. Im Museum konnte man sich Panzer, Flugzeuge und einen Dokumentarfilm zu den Ereignissen anschauen. Ein wenig touristischer ist der Besuch der Krokodilfarm und die Nachbildung eines Dorfes von amerikanischen Ureinwohnern ausgefallen.

Am Ende der Brigade verfassten die Brigadistas eine Resolution. Darin ist eine Reihe von Forderungen an die jeweiligen Regierungen enthalten. Dazu gehören: Verleihung des Nobelpreises an die kubanischen Ärztinnen und Ärzte und Pflegerinnen und Pfleger für ihren Einsatz gegen Ebola in Afrika. Aufhebung der Wirtschaftsblockade gegen Kuba. Schliessung des US-Gefängnisses auf Guantanamo und Rückgabe des Bodens an Kuba.
Kuba ist ein Land voller Widersprüche und ein Land, das an grosser materieller Armut leidet. Doch ist der Einfallsreichtum und der Erfindergeist, mit welchen die Kubanerinnen und Kubanern die alltäglichen Schwierigkeiten meistern einzigartig. Die solidarische Grundhaltung, die grosse soziale Kompetenz, der revolutionäre Stolz und das immense Wissen der Kubanerinnen und Kubaner über das Geschehen in Europa und in der Welt haben uns stark beeindruckt. Umso gerührter waren wir über die Anerkennung der internationalen Solidarität für die Kampagnen zur Befreiung der 5 (Cincos).
Wir möchten auf jeden Fall bald zurückkehren und können jeder und jedem eine derartige Reise nur empfehlen.
VivaCuba!
Viva la Revolution!
Bea, Mina und Simu

Falls ihr nun auch Lust bekommen habt an einer Soli Brigade teilzunehmen, dann meldet euch.

Aus der Schweiz: www.cuba-si.ch

Aus Deutschland: www.fgbrdkuba.de

Aus Österreich: Netzwerk Kuba Österreich

(kubainfos)

Im Nichts gestrandet – USA werben gezielt kubanische Mediziner ab

USA werben gezielt kubanische Mediziner ab. Überläufer werden mit falschen Versprechen gelockt.

Desillusioniert in Bogotá: Kubanische Mediziner fordern am vergangenen Samstag Visa für die USA Foto: AP Photo/Ricardo Mazalan
Desillusioniert in Bogotá: Kubanische Mediziner fordern am vergangenen Samstag Visa für die USA
Foto: AP Photo/Ricardo Mazalan

Ein seit 2006 bestehendes Abwerbeprogramm für kubanische Mediziner in internationalen Hilfseinsätzen sorgt vor den Präsidentschaftswahlen in den USA für Zündstoff. Anlass sind Beschwerden angeheuerter Seitenwechsler über die angeblich schleppende Visavergabe. Eine Gruppe sitzt seit Monaten in Kolumbien fest und beklagt sich jetzt über menschenunwürdige Lebensbedingungen in einer gefährlichen Umgebung.

Man solle es sich »zweimal überlegen«, ob man sich als Mitarbeiter einer medizinischen Hilfsmission bei einer US-Botschaft meldet, um die Angebote des vom State Department und dem Ministerium für Heimatschutz verantworteten Programms »Cuban Medical Professional Parole« (CMPP) in Anspruch zu nehmen, warnte der kubanische Arzt Leandro Téllez am Freitag in der in Miami erscheinenden Tageszeitung Nuevo Herald. Reporter des stramm antikommunistischen Blattes hatten ihn in Bogotá interviewt. Téllez, der sich im Januar von einem Einsatz kubanischer Mediziner im Nordosten Venezuelas abgesetzt hatte, wartete sieben Monate auf sein Einreisevisum für die USA. Der Arzt aus der Provinz Granma haust jetzt gemeinsam mit zwölf weiteren Exkollegen in einem schäbigen Appartement in der kolumbianischen Hauptstadt. Alle hatten auf das CMPP-Programm gehofft, das mit der Zusage von Einreise- und Aufenthaltserlaubnis sowie gut bezahlten Jobs in den USA gezielt Ärzte, Krankenschwestern, Physiotherapeuten und medizinische Laboranten von der sozialistischen Karibikinsel zur Desertion animiert.

Nun sitzen sie in Bogotá fest. Die meisten sind frustriert, weil die Prüfung ihrer Visumsanträge sich hinzieht, etliche wurden bereits abgelehnt. So wie im Juli der des 37jährigen Physiotherapeuten Alexander Martínez Rojas aus Mayabeque, der im Nuevo Herald darüber klagt, mit elf weiteren Kubanern in einer winzigen Wohnung in Patio Bonito, einem der heruntergekommensten und gefährlichsten Stadtteile Bogotás, leben zu müssen. Statt für viel Geld, schöne Autos und eine komfortable Wohnung, haben die Gescheiterten ihr Leben in Kuba nun für ein unsicheres Dasein zwischen Drogenmafia, Zuhälterbanden und brutalen Straßengangs eingetauscht. Wie Nuevo Herald berichtet, vermuten die Abgelehnten, dass die US-Behörden Ärzte, Zahnärzte und hochqualifizierte Spezialisten bevorzugen, an anderem medizinischen Personal aber kein großes Interesse haben. Téllez, der vom kubanischen Staat kostenlos zum Arzt ausgebildet wurde, hatte Glück. Er darf am Dienstag nach Miami fliegen. Dennoch rät er nicht dazu, es wie er zu machen. Nach gut einem halben Jahr in Bogotá ist er pleite. Rund 2.000 US-Dollar, die er während seines Einsatzes in Venezuela gespart hatte, waren schnell weg. Danach konnte der Mediziner sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs gerade so über Wasser halten. Er ist froh, der Hölle von Bogotá endlich zu entkommen.

Für den rechten Flügel der Republikanischen Partei ist die Situation der Gestrandeten ein willkommenes Thema im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf. Die kubanischstämmigen Kongressabgeordneten Ileana Ros-Lehtinen und Mario Diaz-Balart werfen der Obama-Administration vor, das von dessen Vorgänger George W. Bush 2006 initiierte Abwerbeprogramm auf dem Altar der Verhandlungen mit Kuba zu opfern.

Seit der Einsätze kubanischer Mediziner im Kampf gegen die Ausbreitung des Ebola-Virus in Westafrika, bei der Soforthilfe nach dem Erdbeben in Nepal sowie in zahlreichen anderen Krisenregionen nimmt jedoch gleichzeitig der innenpolitische Druck auf Obama zu, die Aktivitäten zur Destabilisierung Kubas einzustellen. Die konservative Tageszeitung Wall Street Journal hatte das CMPP-Programm bereits im Januar 2011 als Relikt des Kalten Krieges bezeichnet. Und die Herausgeber der einflussreichen New York Times mahnten im Oktober 2014 in einem Leitartikel über »Kubas beeindruckende Rolle« beim Ebola-Einsatz: »Die Arbeit der kubanischen Mediziner unterstützt die weltweiten Anstrengungen und sollte deswegen anerkannt werden.« Das Abwerbeprogramm signalisiert jedoch das Gegenteil davon und belastet zudem die Gespräche zur weiteren Normalisierung. Havanna hat mehrfach deutlich gemacht, dass es keine gleichberechtigten Beziehungen zwischen beiden Ländern geben könne, solange das Programm aktiv ist.

Volker Hermsdorf, Junge Welt

Kuba – Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR)

Die CDR ent­stan­den zur Ab­wehr von kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­ren Ak­tio­nen. In­zwi­schen er­fül­len sie eine Reihe von Auf­ga­ben, die weit über ihre ur­sprüng­li­che Funk­ti­on als “Auge und Ohr” der Re­vo­lu­ti­on gehen.

Logo des Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR)
Logo des Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR)

“Wir wer­den den An­grif­fen des Im­pe­ria­lis­mus ein Sys­tem der kol­lek­ti­ven re­vo­lu­tio­nä­ren Wach­sam­keit ent­ge­gen­set­zen, denn wenn sie den­ken, sie könn­ten das Volk be­sie­gen, wer­den sie eine schreck­li­che Nie­der­la­ge er­le­ben! Sie wer­den sehen, dass – wenn die Volks­mas­se sich or­ga­ni­siert – es kei­nen Im­pe­rialis­mus, keine La­kai­en der Im­pe­ria­lis­ten, keine In­stru­men­te des Im­pe­ria­lis­mus gibt, die sich be­we­gen kön­nen!” Mit die­sen Wor­ten hat Fidel Cas­tro nach Spreng­stoff­an­schlä­gen am 28. Sep­tem­ber 1960, rund ein­ein­halb Jahre nach der Re­vo­lu­ti­on, die Grün­dung der Comités de De­fen­sa de la Re­vo­lu­ción (CDR) be­kannt ge­ge­ben.

Die “Ko­mi­tees zur Verteidigung der Re­vo­lu­ti­on” wur­den als Nach­bar­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen for­miert, die als “Auge und Ohr” der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei fun­gie­ren, um bei ver­däch­ti­gen Vor­komm­nis­sen die re­vo­lu­tio­nä­re Po­li­zei zu rufen. Die An­ge­hö­ri­gen der CDRs waren zu kei­nem Zeit­punkt als be­waff­ne­te Ein­hei­ten im Kampf gegen Kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­re vor­ge­se­hen. Nach der ver­hin­der­ten US-In­va­si­on bei der Schwei­ne­bucht und dem damit ein­her­ge­hen­den Rück­gang der Ter­ror­ak­te ver­la­ger­te sich das Tä­tig­keits­feld zu­neh­mend auf so­zia­le As­pek­te der Nach­bar­schafts­ar­beit.

Ku­ba­ne­rIn­nen kön­nen ab dem 14. Al­ters­jahr in ein CDR ein­tre­ten, rund 85% der vom Alter her Be­rech­tig­ten sind in einem der 138.000 CDRs or­ga­ni­siert, die je nach lo­ka­ler Bau­wei­se einen Wohn­block oder einen Stras­sen­zug um­fas­sen. 58% der Or­ga­ni­sier­ten sind dabei Frau­en. Da­ne­ben gibt es teil­wei­se auch Kin­der­or­ga­ni­sa­tio­nen. Mehr als die Hälf­te der CDR-Mit­glie­der sind auch in der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei oder im kom­mu­nis­ti­schen Ju­gend­ver­band or­ga­ni­siert. Die na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­ti­on ist hier­ar­chisch über “Zonen” (Der Zu­sam­men­schluss von drei bis 15 CDRs) auf Ge­mein­de-, Pro­vinz- und na­tio­na­ler Ebene struk­tu­riert. In der Ver­wal­tung der CDR ar­bei­ten rund 2.000 be­zahl­te Per­so­nen, alle an­de­ren Ämter in­ner­halb der CDRs wer­den alle zwei­ein­halb Jahre über of­fe­ne Wah­len ver­ge­ben und auf frei­wil­li­ger Basis über­nom­men. Die ver­schie­de­nen Funk­tio­nen glei­chen den­je­ni­gen eines Quar­tier­ver­eins. Alle zwei Mo­na­te, bei dring­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten auch häu­fi­ger, gibt es eine CDR-Sit­zung.

Ar­beit

Die CDRs über­neh­men unter an­de­rem die lo­ka­le Or­ga­ni­sa­ti­on von Wah­len, Blut­spen­de- und ande­re ge­sund­heits­po­li­ti­schen Ak­tio­nen, or­ga­ni­sie­ren im Ver­bund mit an­de­ren CDRs Ju­gend­räu­me und Sport­plät­ze und über­neh­men Rei­ni­gungs- und Re­cy­cling­ar­bei­ten im Quar­tier.

Die CDRs, die einen Wohn­block or­ga­ni­sie­ren, fun­gie­ren zudem als erste An­sprech­stel­le bei Pro­ble­men wie einem Was­ser­rohr­bruch oder Bau­schä­den, neh­men eine erste Ana­ly­se vor und ko­or­di­nie­ren die Ar­beit mit den zu­stän­di­gen staat­li­chen Stel­len. Damit agie­ren sie als Schnitt­stel­le zwi­schen der Be­völ­ke­rung und den Be­hör­den, was an­ge­sichts der oft­mals aus­ufern­den Bü­ro­kra­tie eine sehr wich­ti­ge Auf­ga­be ist. Die Kos­ten für not­wen­di­ge Mass­nah­men wer­den zu einem gros­sen Teil vom Staat über­nom­men, der Rest wird so­li­da­risch auf die be­trof­fe­nen Be­woh­ne­rIn­nen ver­teilt. So­li­da­risch be­deu­tet in die­sem Zu­sam­men­hang, dass Leute mit fi­nan­zi­el­len Pro­ble­men sich nicht be­tei­li­gen müs­sen. Ein wei­te­res Auf­ga­ben­ge­biet der CDRs ist die po­li­ti­sche Bil­dung. Da­durch wer­den die Per­so­nen­grup­pen, die nicht über die Ge­werk­schaft, die Stu­den­ten­or­ga­ni­sa­ti­on, die Frau­en­or­ga­ni­sa­ti­on oder in einer an­de­ren Form in den po­li­ti­schen Pro­zess ein­ge­bun­den sind, an ak­tu­el­len Dis­kus­sio­nen be­tei­ligt.

Eine wei­te­re Auf­ga­be der CDRs ist das Or­ga­ni­sie­ren von Frei­wil­li­gen­ar­beit. Dies be­trifft so­wohl die Ar­beit im Quar­tier, wie Bäume pflan­zen oder an­de­re Ar­bei­ten zur Ver­schö­ne­rung der Um­ge­bung, als auch die Mit­hil­fe bei land­wirt­schaft­li­chen Auf­ga­ben, sowie frü­her auch am Stras­sen­bau. In Frei­wil­li­gen­ar­beit und von den CDR ko­or­di­niert wer­den Heil­pflan­zen­gär­ten und Fa­mi­li­en­gär­ten an­ge­legt. Eben­falls in Frei­wil­li­gen­ar­beit er­stel­len viele CDRs ein Lo­kal­mu­se­um.

Da viele Ar­bei­ten von den Be­woh­ne­rIn­nen in den Wohn­blö­cken selbst aus­ge­führt wer­den, ist eine hohe Wert­schät­zung und Stolz für diese fühl­bar. So sind zum Bei­spiel die öf­fent­li­chen Stras­sen und Plät­ze auf Kuba ex­trem sau­ber. Die Au­to­rIn­nen die­ses Ar­ti­kels konn­ten selbst er­le­ben, dass Tou­ris­tIn­nen, die Ab­fall auf den Boden war­fen, von Ku­ba­ne­rIn­nen nicht über­trie­ben freund­lich dar­auf hin­ge­wie­sen wur­den, dass sie ihren Ab­fall doch in die be­reit­ste­hen­den Müll­ei­mer wer­fen sol­len, da die Stras­sen sich nicht von selbst rei­nig­ten.

Für ge­leis­te­te Ar­bei­ten gibt es für die Ku­ba­ne­rIn­nen Aus­zeich­nun­gen, meist in Form von Me­dail­len. Diese wer­den für be­son­de­re Diens­te an der Ge­sell­schaft ver­lie­hen, zum Bei­spiel für re­gel­mäs­si­ges Blut­spen­den oder die Mit­hil­fe bei der Al­pha­be­ti­sie­rungs­kam­pa­gne.

Si­cher­heit

Neben der so­zia­len Ar­beit bleibt wei­ter­hin die Si­cher­heit eine Auf­ga­be der CDRs. Durch die lo­ka­le Or­ga­ni­sa­ti­on der CDRs er­gibt es sich, dass die Leute sich meist von klein an ken­nen(1). Da­durch wird ein Ab­rut­schen von Per­so­nen in kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­re Krei­se sehr schnell er­kenn­bar. Es gibt keine heim­li­che Be­spit­ze­lung, und die In­for­ma­tio­nen wer­den im Nor­mal­fall nicht zen­tral nie­der­ge­schrie­ben, son­dern die Nach­bar­schaft über­nimmt im ver­trau­ten Kreis die Funk­ti­on, kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­re Ak­ti­vi­tä­ten zu er­ken­nen, und diese im Zwei­fels­fall den Be­hör­den zu mel­den. Aus­ser­dem wer­den wei­ter­hin nächt­li­che Pa­trouil­len ent­sandt, die in der Regel ruhig ver­lau­fen, und auch mehr auf die Ent­de­ckung von kri­mi­nel­len Akten aus­ge­rich­tet sind.

Durch die star­ke Ver­an­ke­rung der Ar­beit der CDRs, und auch durch die Of­fen­heit die­ser Ar­beit kön­nen die CDRs auf eine brei­te Mit­hil­fe zäh­len und rufen bei der Be­völ­ke­rung po­si­ti­ve Ge­füh­le her­vor.

An­mer­kung: (1) In Kuba gehen Miet­woh­nun­gen, nach­dem über den sub­ven­tio­nier­ten Miet­preis die Bau­kos­ten ab­be­zahlt wur­den, in den Be­sitz der Mie­te­rin­nen über und kön­nen auch ver­erbt wer­den.

Einen weiteren spannenden Erfahrungsbericht zu diesem Thema findet ihr bei “Berichte aus Havanna” . Eine kleine Zusammenfassung über die verschiedenen kubanischen Massenorganisationen findet ihr am Ende des Artikels “Der Propagandakrieg der USA und die kubanische Zivilgesellschaft”

(kubainfos, rabs / ag­kkbs, www.aufbau.org)

Sternenbanner in Havanna

US-Außenminister zu Besuch in Kuba. Wirtschaftsblockade bleibt Hindernis für Annäherung

Bauen an neuen Beziehungen: Vor der US-Botschaft in Havana bereiten Arbeiter am Mittwoch den Besuch von US-Außenminister Kerry vor Foto: EPA/Alejandro Ernesto/dpa - Bildfunk
Bauen an neuen Beziehungen: Vor der US-Botschaft in Havana bereiten Arbeiter am Mittwoch den Besuch von US-Außenminister Kerry vor
Foto: EPA/Alejandro Ernesto/dpa – Bildfunk

Mit dem ersten Besuch eines US-amerikanischen Außenministers seit 1945 fügt John Kerry den als historisch bezeichneten Ereignissen in Kuba heute ein weiteres hinzu. Washingtons Chefdiplomat will die wiedereröffnete Botschaft seines Landes mit einem Festakt offiziell einweihen. Havanna hatte seine diplomatische Vertretung in der US-Hauptstadt bereits am 20. Juli mit einer feierlichen Flaggenzeremonie in Betrieb genommen.

Für Kerrys eintägige Stippvisite sieht das Protokoll einen dichtgedrängten Zeitplan vor. Nach Landung der Sondermaschine auf dem Flughafen José Martí steht am Morgen (Ortszeit) das Hissen des Sternenbanners vor der US-Botschaft am Malecón auf dem Programm. Nach Einweihung der Botschaft wollen Kerry und sein Amtskollege Bruno Rodríguez zu einem erneuten Meinungsaustausch über die weiteren Schritte im Normalisierungsprozess zusammentreffen. Beobachter in Havanna erwarten eine gemeinsame Pressekonferenz beider Außenminister. Kerry, heißt es, habe die kubanischen Gastgeber zudem um die Möglichkeit eines kurzen Spaziergangs in Havanna gebeten.

Zu den geladenen Gästen gehört auch der Schweizer Außenminister Didier Burkhalter. Bis dato spielte die Alpenrepublik im Verhältnis beider Länder eine besondere Rolle. Nachdem die USA 1961 die diplomatischen Beziehungen zu Kuba einseitig abgebrochen hatten, existierten zwischen 1977 und dem 20. Juli 2015 lediglich Interessenvertretungen der beiden Länder in Washington und Havanna. Diese standen unter dem Schutzmandat der Schweiz. Nichtsdestotrotz hatten die USA mehrfach Strafgelder in Millionenhöhe über eidgenössische Banken verhängt, die finanzielle Transaktionen mit Bezug zu Kuba getätigt und sich damit vermeintlicher Verstöße gegen die von den USA verhängte Wirtschaftsblockade schuldig gemacht hatten.

Heftige Angriffe auf die Kubapolitik der Obama-Administration kamen vom rechten Flügel der Republikaner in den USA. Besonders legte sich dabei Senator Marco Rubio aus Florida ins Zeug, der für seine Partei als Kandidat bei der US-Präsidentschaftswahl im November 2016 antreten möchte. Wie AP am Mittwoch meldete, ist Rubio vor allem erbost darüber, dass zur offiziellen Feier in der US-Botschaft keine Systemgegner eingeladen wurden. »Sie, und nicht die Familie Castro« seien »die legitimen Repräsentanten des kubanischen Volkes«, behauptete Rubio. Laut Agentur hatte bis gestern auch die sonst von Washington hofierte Bloggerin Yoani Sánchez keine Antwort auf ihr Akkreditierungsgesuch als Journalistin erhalten. Das State Department will zwar bei der ursprünglichen Gästeliste für den Festakt bleiben, scheint dem Druck der Rechten jedoch auf andere Art nachzugeben. Der in Miami erscheinenden Tageszeitung Nuevo Herald zufolge plant Kerry für den heutigen Nachmittag in der Residenz des US-Botschafters ein Treffen mit einem kleinen Kreis von »Aktivisten« sowie eine gesonderte Flaggenzeremonie.

Wie AFP am vergangenen Samstag vermeldete, ist es in Havanna bereits zu Protesten einer Gruppe militanter Gegner der kubanischen Verfassung gekommen. Die Teilnehmer, bei denen es sich größtenteils um Mitglieder der von der EU und den USA hofierten Gruppe »Damen in Weiß« handelte, protestierten mit Obama-Masken gegen die Botschaftseröffnung und für die Beibehaltung der von den USA gegen Kuba verhängten Sanktionen. Die große Mehrheit der Bevölkerung in Kuba und in den USA begrüßt laut Umfragen derweil die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und spricht sich für die Beendigung der seit 1962 gegen die sozialistische Karibikinsel verhängte Blockade aus.

Aus kubanischer Sicht stellt eben jene Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade das größte Hindernis für die Normalisierung der Beziehungen beider Länder dar. Havanna besteht zudem auf Rückgabe des von den USA besetzten Gebietes in der Bucht von Guantánamo und fordert die Einstellung der von Washington finanzierten illegalen Radio- und Fernsehübertragungen, die Beendigung von Programmen zur Förderung der Subversion und Destabilisierung im Inneren sowie eine Entschädigung für die Schäden, die durch Anschläge und Blockade von den USA in Kuba verursacht wurden.

Von Volker Hermsdorf

https://www.jungewelt.de/2015/08-14/036.php

Palma Soriano feiert das 55 Jahre Jubiläum der FMC (Föderation der kubanischen Frauen)

Natürlich finden im ganzen Land Aktivitäten und Feierlichkeiten zum 55 Jahre Jubiläum der FMC statt. Da man im deutschsprachigen Raum leider fast nur Nachrichten aus Havanna liest, wird in diesem kleinen Artikel über die Aktivitäten in Palma Soriano berichtet.

Das Buch über Vilma Espin:
Das Buch über Vilma Espin: “el fuego de la Libertad”. Vorerst gibt es noch keine englische oder deutsche Übersetzung zum Buch

Die Freude bei allen Mitgliedern der FMC  steigt, denn der 55. Jahrestag der Gründung des kubanischen Frauenverbandes rückt immer näher. In Palma Soriano, einer Stadt in der Nähe von Santiago de Cuba, fanden schon die ersten Aktivitäten zu diesem Jubiläum statt.

Als Auftakt gab es in der Geburtsklinik “Mariana Grajales Coello”  verschiedene Veranstaltungen zum Thema “mütterliches Stillen”. Auch eine neue Anlaufstelle wo sich werdende Mütter informieren können wurde geschaffen.

Am 21. August 2015 findet dann die grosse Jubiläumsfeier statt. Du diesem Anlass wird das neue Buch über Vilma Espin, “El fuego de la Libertad” feierlich präsentiert werden. Unter Anderem mit einer Vorlesung, die auch Fidel Castros Gedanken zum Buch beinhalten werden. Anschliessend gibt es ein Fest bei dem alle Frauen und solidarischen Männer aus Palma Soriano eingeladen sind.

Übersicht über die verschiedenen kubanischen Massenorganisationen
Übersicht über die verschiedenen kubanischen Massenorganisationen.

(kubainfos)

Der richtige Weg (Elián González)

Vor 15 Jahren kehrte der kleine Junge Elián González aus den USA nach Kuba zurück. Heute ist das damalige Kind ein überzeugter Revolutionär

Elián González 2010 in Havanna Foto: REUTERS/Adalberto Roque/Pool
Elián González 2010 in Havanna
Foto: REUTERS/Adalberto Roque/Pool

Mitte Juli fand in Havanna der zehnte Kongress des kubanischen Kommunistischen Jugendverbandes (UJC) statt. Zu den Delegierten der Provinz Matanzas gehörte Elián González, der als Kadett der kubanischen Streitkräfte an der Camilo-Cienfuegos-Universität von Matanzas studiert, um anschließend als Industrieingenieur eine Laufbahn in der Armee einzuschlagen. International bekannt wurde der junge Mann vor anderthalb Jahrzehnten, als der damals Fünfjährige in das Zentrum monatelanger Auseinandersetzungen zwischen den USA und Kuba geriet.

Das Drama, dessen Zeuge die Welt damals wurde, ist ohne die Migrationspolitik der USA in den 90er Jahren nicht zu verstehen. Wegen der durch den Zusammenbruch der sozialistischen Staaten ausgelösten und durch die Blockade der Insel durch Washington verschärften Wirtschaftskrise wollten nicht wenige Menschen ihr Glück in den USA versuchen. Doch die Interessenvertretung Washingtons in Havanna gewährte nur wenigen Antragstellern Visa für die legale Einreise. Zugleich aber garantierte das US-Gesetz »Cuban Adjustment Act« jedem Kubaner ein Aufenthaltsrecht in den Vereinigten Staaten, wenn er das Territorium des Landes erreichte. Konkret zwangen die US-Behörden damit die Menschen zu einer gefährlichen Reise über das Meer. US-Propagandasender heizten die Lage weiter an, indem sie die Gefahren der Überfahrt kleinredeten. So aufgehetzt, überfielen Kriminelle mehrere Fähren, um sie in die USA zu entführen. Andere wagten die Überfahrt in alten Booten oder gar an Autoreifen geklammert. Wie viele von ihnen diesen Versuch mit ihrem Leben bezahlten, ist unbekannt – die Zahl dürfte in die Tausende gehen.

Eines dieser Opfer war die Mutter von Elián González, Elizabeth Brotons. Ende 1999 lebte sie getrennt vom Vater des kleinen Jungen, Juan Miguel González, bei dem Elián die meiste Zeit lebte. Am 21. November des Jahres holte Brotons ihren Sohn bei seinem Vater ab – angeblich zu einem Picknick. Tatsächlich jedoch ging sie mit dem Kind und ihrem neuen Lebensgefährten sowie etwa zehn weiteren Menschen an Bord eines kleinen, altersschwachen Bootes, um die Überfahrt in die USA zu wagen. Auf hoher See geriet das Boot in ein Unwetter und sank. Nur drei der an Bord befindlichen Menschen überlebten die Katastrophe. Einer von ihnen war Elián, der sich an einen Autoreifen klammern konnte und tagelang im Meer trieb. Am 25. November wurde er von Fischern gerettet und an Land gebracht. Im Krankenhaus suchte ihn sein schon lange in den USA lebender Großonkel Lázaro González auf, der ihn zuvor nur einmal im Leben gesehen hatte. Er beantragte bei den Behörden, dem Jungen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht für die Vereinigten Staaten zu gewähren. Eliáns Vater forderte jedoch, das Kind zu ihm zurückzuschicken. Er bat die Regierung in Havanna um Hilfe, weil die Mutter den Jungen entführt habe. Das kubanische Außenministerium kontaktierte daraufhin die US-Behörden, doch diese lehnten es zunächst ab, das Kind nach Hause zu lassen.

Daraufhin begann in Kuba eine großangelegte Kampagne. Der damalige Präsident Fidel Castro stellte sich an die Spitze einer Massenbewegung, die zu Hunderttausenden auf die Straße ging, um die Rückkehr des Jungen zu fordern.

Am 5. Januar entschied die US-Einwanderungsbehörde, dass Elián seinem Vater zurückgegeben werden solle. Doch die von den antikommunistischen Gruppierungen in Miami unterstützte Familie des Großonkels verhinderte die Ausreise durch juristische Manöver. Eine Familienrichterin sprach Lázaro González das Sorgerecht für Elián zu und verhinderte so zunächst die Umsetzung der Regierungsentscheidung.

Am 6. April durfte Eliáns Vater in Begleitung seiner neuen Frau und seines sechs Monate alten Sohnes in die USA reisen. Die Kubanisch-Amerikanische Nationalstiftung (CANF) und andere antikommunistische Gruppen äußerten öffentlich die Hoffnung, dass Juan Miguel González sich »ohne den Druck, den bisher das castristische Regime auf ihn ausgeübt hat« dazu entschließen könnte, selbst in den USA zu bleiben. Doch der blieb sich und seiner Heimat treu.

Nachdem es bei wochenlangen Verhandlungen keine Fortschritte gab, stürmten am 22. April bewaffnete Einheiten der US-Einwanderungsbehörde das Haus der exilkubanischen Verwandtschaft in Miami und holten den Jungen heraus. Einen Tag später, am Ostersonntag des Jahres 2000, konnte Juan Miguel González seinen Sohn wieder in die Arme schließen. Die Familie wurde auf einem US-Militärgelände in Wye River von der Öffentlichkeit abgeschottet untergebracht, während die juristischen Auseinandersetzungen weitergingen. Erst am 28. Juni endete das Tauziehen, als der Supreme Court eine letzte Eingabe gegen die Ausreise Eliáns ablehnte. Noch am Nachmittag desselben Tages verließ Elián mit seinem Vater, dessen Frau und kleinem Sohn Washington mit Ziel Kuba, wo er am Abend landete.

15 Jahre später berichtete der inzwischen 21jährige Elián González im Gespräch mit Radio Rebelde, dass er bei der Ankunft am Flughafen von Havanna zu seinem Vater gesagt habe, dass er wieder in Kuba sein wolle. Kuba war für ihn damals seine Heimatstadt Cárdenas. »Ich verstand nicht, was passierte. Ich wollte nur zu Hause sein, jeden Tag die gewohnten Menschen und meine Freunde sehen.« Auch heute noch zeigt er sich beeindruckt von der damaligen Massenbewegung in seiner Heimat: »Ein ganzes Volk, die Kinder, sind auf die Straße gegangen, um zu fordern, dass ich heimkehre«, sagte er Ende Juni. »Diese Kinder kannten mich nicht, und so ist die Verpflichtung sehr groß, und dieser muss ich das ganze Leben lang konsequent folgen. Wann immer mich das kubanische Volk und vor allem die Revolution braucht, bin ich da.« Elián ist aktiv in den Komitees zur Verteidigung der Revolution und im Kommunistischen Jugendverband. Er hat sich für eine Laufbahn in der kubanischen Armee entschieden. Im Dezember 2013 führte er die kubanische Delegation bei den Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Quito an und prangerte bei dem in deren Rahmen stattfindenden Antiimperialistischen Tribunal die Blockade der USA gegen seine Heimat an. »Mein Papa hat Millionen von Dollar ausgeschlagen, nur um mit seinem Sohn im Heimatland leben zu können«, sagte er in dem Gespräch mit Radio Rebelde. »Die Liebe eines Volkes ist eine moralische Frage, eine Frage der Aufrichtigkeit. Und das bedeutet auch, Revolutionär zu sein. Das ist der richtige Weg.«

(von André Scheer aus der ALBA Sonderbeilage der jungen Welt)

Anmerkung von Kubainfos: An der Migrationspolitik der USA hat sich seit den 90er Jahren wenig geändert. Noch immer ist die “Wet feet, dry feet policy” in Kraft. Das heißt, dass Kubaner die es über das Meer bis ans Trockene der USA schaffen im Gegensatz zu allen Anderen Nationen der Welt eine Aufenthaltsgenehmigung und finanzielle Unterstützung inklusive einer Bleibe für rund ein Jahr erhalten. Kubaner die es nicht bis ans Land schaffen und auf dem Meer aufgegriffen werden, werden zurückgeschickt.

Santiago erhält eine historische Straßenbahn (+Fotos)

Nach der Restauration und der Reperatur, wird in Santiago de Cuba eine antike Straßenbahn den neuen Malecón in Santiago de Cuba: “La Alameda”, mit der Avenida Juan Gualberto Gómez-Flor Crombet verbinden. Dies gab die kubanische Vizepräsidentin von Santiago de Cuba im kubanischen Fernsehen bekannt.

Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: “El Chago”

Dieser alte Wunsch von Santiago wird keinen großen Beitrag gegen das Verkehrsproblem der Stadt leisten. Es wird aber eine weitere Attraktion sein, die Santiago de Cuba inmitten seiner Feier zum Jubiläum seiner Stadtgründung bereichern wird. Es wird die Zeit in Erinnerung rufen, als dieses Transportmittel in den Strassen von Santiago de Cuba zirkulierte.

Nach Abschluss des Karnevals wird dieses, in Santiago fast schon vergessene Verkehrsmittel, seinen Betrieb aufnehmen. Die Strecke hat eine Länge von insgesamt zwei Kilometer.

Gemäß historischen Aufzeichnungen wurde die Erste elektrische Straßenbahn Kubas, 1901 in Havanna in Betrieb genommen. Einige Jahre später, im Jahre 1908, wurde dieses alternative Nahverkehrsmittel auch in Santiago eingesetzt. Heute sind die Spuren zum großen Teil unter dem Asphalt versteckt. An verschiedenen Orten Santiagos kann man jedoch noch alte Gleise und Spuren der ehemaligen Straßenbahn entdecken.

Die Straßenbahnwagen wurden ursprünglich in Philadelphia USA gebaut und sind, auf Grund Santiagos vielen engen Gassen, eher kleinere Modelle.

(kubainfos)

Hier eine Bildersammlung der zukünftigen Straßenbahn von Santiago de Cuba:

Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: “El Chago”
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: “El Chago”
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: “El Chago”
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: “El Chago”
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: “El Chago”
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: “El Chago”

Fidel Castros Rede an die Vereinten Nationen 1979 (Video)

Heute, am 26. Juli feiert Kuba den 62. Jahrestag der Attacke auf die Moncada Kaserne, die den Beginn der Revolution einläutete. Als kleinen Beitrag zu diesem wichtigen Feiertag, haben wir eine historische und noch immer sehr aktuelle Rede von Fidel Castro übersetzt:

Felicitaciones a todos los cubanos!

(kubainfos)