Menschenrechtsgeheuchel: USA kritisieren Kuba

Vor Präsident Barack Obamas historischem Besuch Kubas am 20. März wird spekuliert, ob er Kuba dazu zwingen kann, seine Menschenrechte zu verbessern. Ein Vergleich zwischen dem Stand der Menschenrechte in Kuba mit dem in den Vereinigten Staaten von Amerika zeigt jedoch, dass die Vereinigten Staaten von Amerika von Kuba lernen sollten.

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Raul Castro und Barack Obama bei der Pressekonferenz in Havanna am 22.03.2016. (Foto: Cubadebate)

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte enthält zwei unterschiedliche Kategorien von Menschenrechten – zivile und politische Rechte einerseits, und wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte andererseits.

Die zivilen und politischen Rechte beinhalten die Rechte auf Leben, freie Meiungsäußerung, Religionsfreiheit, faires Verfahren, Selbstbestimmung; und Freiheit von Folter, grausamer Behandlung und willkürlichem Freiheitsentzug.

Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte umfassen das Recht auf Bildung, medizinische Versorgung, soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, Mutterschutz, gleiche Bezahlung für gleiche Leistung, Senkung der Kindersterblichkeit; Prävention, Behandlung und Kontrolle von Krankheiten; Bildung und Beitritt zu Gewerkschaften und Streik.

Diese Menschenrechte sind enthalten in zwei Verträgen – dem International Covenant on Civil and Political Rights (ICCPR) und dem International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights (ICESCR). Die Vereinigten Staaten von Amerika sind dem ICCPR beigetreten.

Die Vereinigten Staaten von Amerika weigern sich jedoch, dem ICESCR beizutreten. Seit der Reagan-Administration ist es Politik der Vereinigten Staaten von Amerika, die Menschenrechte nur als zivile und politische Rechte zu definieren. Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte werden abgelehnt als gleichbedeutend mit Wohlfahrtsstaat oder Sozialismus.

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika kritisiert die zivilen und politischen Rechte in Kuba, während sie den höheren Standard der Kubaner in der allgemeinen Wohnsituation, Gesundheitswesen, Bildung, garantiertem Mutterschutz und gleichen Lohnsätzen ignoriert.

Inzwischen hat die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika schwere Menschrechtsverbrechen auf kubanischem Boden begangen, darunter Folter, grausame Behandlung und willkürliche Anhaltung. Und seit 1960 haben die Vereinigten Staaten von Amerika sich durch das Wirtschaftembargo ausdrücklich in Kubas wirtschaftliche Rechte und in sein Recht auf Selbstbestimmung eingemischt.

Das Embargo der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Kuba, jetzt eine Blockade, wurde während des Kalten Kriegs von Präsident Dwight D. Eisenhower eingeführt auf ein von einem höheren Beamten des Außenministeriums verfasstes Memorandum hin. Das Memo schlug vor „eine Reihe von Aktionen, die die größten Eingriffe in den Zufluss von Geld und Gütern nach Kuba bewirken, um Geldbestand und Reallöhne zu senken, um Hunger, Verzweiflung und den Sturz der Regierung (Castro) herbeizuführen.“

Dieses Ziel wurde nicht erreicht, aber die Strafblockade hat das Leben in Kuba schwierig gemacht. Ungeachtet dieser inhumanen Bemühung garantiert Kuba seiner Bevölkerung jedenfalls eine bemerkenswerte Palette von Menschenrechten.

Gesundheitswesen

Anders als in den Vereinigten Staaten von Amerika wird medizinische Versorgung in Kuba als Recht betrachtet. Kuba hat das höchste Ärzte-Patienten-Verhältnis der Welt mit 6,7 Ärzten pro 1.000 Einwohnern. Die Kindersterblichkeit lag 2014 bei 4,2 pro 1.000 Lebendgeburten – eine der niedrigsten der Welt.

Das Gesundheitswesen in Kuba legt das Schwergewicht auf Vorbeugung, statt sich nur auf Medikamente zu stützen, teilweise aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu Medikamenten infolge der Blockade der Vereinigten Staaten von Amerika. 2014 schrieb die medizinische Fachzeitschrift Lancet: „Wenn die Errungenschaften Kubas über einen weiten Bereich von armen und Ländern mit mittlerem Einkommen ausgedehnt werden könnten, würde sich die Gesundheit der Weltbevölkerung wesentlich ändern.“ Kuba hat bahnbrechende Medikamente zur Behandlung und Prävention von Lungenkrebs und zur Vorbeugung von Amputationen infolge von Diabetes entwickelt. Aufgrund der Blockade stehen diese uns in den Vereinigten Staaten von Amerika allerdings nicht zur Verfügung.

Bildung

Freie Bildung ist ein allgemeines Recht und umfasst auch höhere Bildung. Kuba gibt für Bildung einen höheren Anteil seines BIP aus als alle anderen Länder der Welt. „Mobile Lehrer“ kommen zu den Kindern, die die Schule nicht besuchen können. Viele Schulen bieten freie Versorgung vor und nach der Schule, wenn berufstätige Eltern keine entsprechende Möglichkeit in der Familie haben. Die Ausbildung zum Arzt kostet nichts. Es gibt 22 medizinische Fakultäten in Kuba – 3 waren es vor der kubanischen Revolution im Jahr 1959.

Wahlen

Wahlen zum kubanischen nationalen Parlament gibt es alle fünf Jahre und Wahlen zu den Gemeindevertretungen alle 2,5 Jahre. Die Abgeordneten des nationalen Parlaments wählen den Staatsrat, der seinerseits den Ministerrat bestimmt, aus dem der Präsident gewählt wird.

Mit 2018 (dem Datum der nächsten allgemeinen Wahlen in Kuba) wird es ein Limit geben von höchstens zwei fünfjährigen Amtsperioden bei allen höheren gewählten Ämtern einschließlich dem des Präsidenten. Jeder kann zum Kandidaten nominiert werden. Es ist nicht erforderlich, Mitglied der kommunistischen Partei (CP) zu sein. Kein Geld darf für die Werbung für Kandidaten ausgegeben werden, und Parteien (inklusive der CP) dürfen während Wahlen keine Werbung betreiben. Die Wahllokale werden nicht vom Militär bewacht, sondern Schulkinder bewachen die Wahlurnen.

Arbeiterrechte

Das kubanische Gesetz garantiert das Recht, freiwillig Gewerkschaften zu bilden und diesen beizutreten. Gewerkschaften sind vom Gesetz her unabhängig und finanziell autonom, unabhängig von der CP und vom Staat, finanziert aus den Beiträgen der Mitglieder. Unter den von den Gewerkschaften geschützten Arbeiterrechten sind ein schriftlicher Arbeitsvertrag, die 40-44-Stunden-Woche und 30 Tage bezahlter Urlaub im staatlichen Sektor.

Gewerkschaften haben das Recht, Arbeiten einzustellen, die sie als gefährlich erachten. Sie haben das Recht, am Firmenmanagement teilzunehmen, Informationen vom Management zu erhalten, Büroraum und –material und Zeit für Tätigkeiten des Betriebsrats zu bekommen. Einigung mit der Gewerkschaft ist erforderlich bei Entlassungen, bei Änderungen der Arbeitszeit, Überstunden und dem jährlichen Sicherheitsbericht. Gewerkschaften spielen in Kuba auch eine politische Rolle und haben das verfassungsmäßig garantierte Recht, in Fragen des Arbeitsrechts konsultiert zu werden. Sie besitzen auch das Recht, dem nationalen Parlament neue Gesetze vorzuschlagen.

Frauen

Frauen bilden die Mehrheit der kubanischen Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Wissenschafter, technischen Angestellten, Angestellten im öffentlichen Gesundheitsbereich und Fachpersonal. Kuba liegt an erster Stelle im „Mütterindex der weniger entwickelten Länder“ von Save the Children. Mit über 48% Frauenanteil im Parlament hat Kuba den höchsten Prozentsatz weiblicher Parlamentarier in der Welt. Frauen bekommen 9 Monate voll bezahlten Urlaub bei Geburt eines Kindes, danach 3 Monate bei 75% des Gehalts. Die Regierung subventioniert Abtreibung und Familienplanung, legt einen hohen Wert auf Versorgung vor der Geburt und bietet Frauen vor der Geburt „Mutterschaftsunterbringung“.

Lebenserwartung

2013 betrug laut WHO (Weltgesundheitsorganisation der UNO) die Lebenserwartung in Kuba bei Frauen 80, bei Männern 77 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, im Alter zwischen 15 und 60 Jahren zu sterben, betrug in Kuba pro 1.000 Einwohnern 115 bei Männern und 73 bei Frauen.

Im gleichen Zeitraum lag die Lebenserwartung für Frauen in den Vereinigten Staaten von Amerika bei 81 und für Männer bei 76 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, zwischen 15 und 60 zu sterben, lag in den Vereinigten Staaten von Amerika pro 1.000 Einwohnern bei Männern bei 128 und bei Frauen bei 76.

Todesstrafe

Eine Studie der Cornell Law School fand in Kuba im Oktober 2015 keinen zum Tod Verurteilten und keinen im Todestrakt. Am 28. Dezember 2010 wandelte der Oberste Gerichtshof Kubas das Todesurteil des letzten Insassen des Todestrakts um, eines Kuba-Amerikaners, der wegen Mordes verurteilt worden war, den er bei der letzten terroristischen Invasion der Insel 1994 begangen hatte. Seither ist nichts von der Verhängung neuer Todesurteile bekannt.

Im Gegensatz dazu befanden sich am 1. Januar 2016 2.949 Menschen im Todestrakt von staatlichen Gefängnissen der Vereinigten Staaten von Amerika. Und am 16. März 2016 befanden sich 62 im Todestrakt in Bundesgefängnissen, laut Death Penalty Information.

Nachhaltige Entwicklung

2006 befand der World Wildlife Fund (WWF), eine führende Umweltorganisation, dass Kuba das einzige Land auf der Welt ist, das eine nachhaltige Entwicklung erreicht hat. Jonathan Loh, einer der Autoren des WWF-Berichts, sagte: „Kuba hat eine gute Stufe der Entwicklung gemäß den Kriterien der Vereinten Nationen erreicht, dank seines hohen Bildungsstandards und einer sehr hohen Lebenserwartung, wobei der ökologische Fußabdruck nicht groß ist, da es ein Land mit niedrigem Energiekonsum ist.“

Hört auf mit der Belehrung Kubas und hebt die Blockade auf!

Als Kuba und die Vereinigten Staaten von Amerika vor einem Jahr Gespräche über Menschenrechte führten, sagte Pedro Luis Pedroso, der Leiter der kubanischen Delegation: „Wir brachten unsere Bedenken bezüglich Diskriminierung und rassistischen Mustern in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten von Amerika zum Ausdruck, der Verschlimmerung der Brutalität der Polizei, Folter und außergerichtlichen Ermordungen im Kampf gegen den Terror und der rechtlichen Grauzone, in der sich die Gefangenen des Anhaltelagers der Vereinigten Staaten von Amerika in Guantánamo befinden.“

Die Scheinheiligkeit der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika bei der Belehrung Kubas über seine Menschenrechte, während sie den Menschen Amerikas viele grundlegende Menschenrechte vorenthält, schreit zum Himmel. Die Vereinigten Staaten von Amerika sollten die Blockade aufheben. Obama sollte Guantánamo schließen und an Kuba zurückgeben.

http://antikrieg.com/aktuell/2016_03_22_menschenrechtsgeheuchel.htm

Orginalartikel Human Rights Hypocrisy: US Criticizes Cuba am 18. März 2016

Marjorie Cohn ist Professorin an der Thomas Jefferson-Juridischen Fakultät

Tribüne Antiimperialista: 400’000 Kubaner am Major Lazer Konzert (+Bilder)

In Havanna füllte sich die Tribüne “Antiimperialista” am letzten Sonntag mit rund 400’000 Jugendlichen. Das Gratiskonzert für die kubanische Jugend mit den elektronischen DJ’s  Major Lazer und DJ Diplo, begeisterte die jungen Kubaner und ärgert die kubanische Opposition in Miami.

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Major Lazer und DJ Diplo “Tribuna Antiimperialista”

Zum Ärger der kubanischen Dissidenten in Miami und der bürgerlichen Presse, reisten Major Lazer und DJ Diplo für ein Konzert nach Havanna. Die Dissidenten und die Presse möchten Kuba gerne als triste Diktatur darstellen, in der die Jugend weder Internet, noch sonstige Freiheiten geniesst. Da passt ein Gratiskonzert mit Hunderttausenden, feiernden kubanischen Jugendlichen,  so kurz des Besuchs von Obama am 22. März, natürlich schlecht ins Bild, das man von Kuba gerne zeichnen möchte. Dazu noch bei der legendären “Tribuna Antiimperialista”, wo mit grossen Buchstaben in Richtung US-Botschaft geschrieben steht: “Venceremos” (Wir werden siegen)

Der sonntägliche Protestmarsch gegen die kubanische Regierung, auf der man in der rechten Presse in den USA das Augenmerk richtete,  war hingegen ein kompletter Reinfall. Es nahmen nur die ca. 35 altbekannte Dissidenten teil.

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Jeden Sonntag protestieren die selben 30-40 kubanischen Dissidenten in Havanna. Bezahlt und unterstützt aus den USA. (Foto Facebook, 06.03.2016)

Währenddessen feierten die  Jugendlichen begeistert zur elektronischen Tanzmusik von Major Lazer und beeindruckten mit ihrer Lebensfreude die beiden amerikanischen Musiker. So kam es, dass Kuba bei US-Amerikanern einmal mehr einen positiven Eindruck hinterlassen konnte.

Viele Revolutionäre ausserhalb von Kuba bereitet es Sorgen, dass immer mehr Amerikaner die sozialistische Insel besuchen und womöglich negativ beeinflussen könnten. Keine Angst, Kuba beeinflusst die amerikanischen Kubareisenden mehr, als die Besucher aus dem Norden die Kubaner. Die gängige amerikanische Propaganda gegen Kuba beginnt immer mehr zu bröckeln.

Doppelt verärgert ist man in der Dissidentenpresse über DJ Diplos Aussage:

“Glücklicherweise konnte ich Kuba schon vor ein paar Jahren mit meinen Freunden von “Calle 13” (antiimperialistische, revolutionäre Band aus Puerto Rico) während eines 4-tägigen Aufenthalts kennenlernen. Ich war wie weggeblasen von den Menschen, der Tiefe der Kultur und der kubanischen Art zu leben.

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PS: Am 25. März 2016 werden die Rolling Stones in Havanna ein Konzert geben.

(Kubainfos)

Stadtentwicklung in Kuba – Aufwertung ohne Verdrängung

Wie Aufwertung im Kapitalismus funktioniert, wissen wir. Bei einer Reise nach Kuba fragten wir nach, wie diese im Sozialismus vonstatten geht.

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AnwohnerInnen beim Wiederaufbau des Quartiers

Im Jahr 2012 überzog der Hurrikan Sandy die kubanische Stadt Santiago de Cuba, in der rund eine halbe Million Menschen leben. 130’000 Häuser wurden beschädigt, rund ein Zehntel davon komplett zerstört. Doch der Wiederaufbau begann schnell, nach zwei Tagen trafen Arbeitsbrigaden aus verschiedenen Landesteilen in der Stadt ein, um mit anzupacken.

Drei Jahre später sieht man in der Stadt kaum mehr etwas, das an den Hurrikan erinnern würde. Im Gegenteil, Santiago de Cuba blüht richtiggehend auf. Es gibt eine neue Uferpromenade, die Bucht wurde aufgewertet und soll als Naherholungsgebiet dienen, aus Lagerhäusern wurden Restaurants und eine Bierbrauerei, neue Parks und Plätze sollen die Quartiere am Hafen zu einem Anziehungspunkt für Touristen und Einheimischen machen.

Stadtplanung von den BewohnerInnen

Klar, dass bei so überschwänglichen Worten auch die Frage aufkommt, was dieser Entwicklungsprozess denn für die dortigen BewohnerInnen bedeutet. Denn aufgrund der Erfahrungen mit Stadtaufwertung im Kapitalismus würden wir davon ausgehen, dass dieser Prozess nicht nur eine Aufwertung der Quartiere, sondern auch eine Verdrängung eines Grossteils der bisherigen Bevölkerung zur Folge hätte. Man stelle sich vor, die Stadtplaner, Baufirmen und Investoren der Schweiz erhielten die Möglichkeit, in Zürich das Niederdorf neu zu bauen, sich in Kleinbasel auszutoben oder im Berner Lorrainequartier zu wüten.

In Gesprächen mit Menschen aus Santiago de Cuba zeigte sich aber schnell, dass der Prozess hier ganz anders läuft als wir ihn sonst kennen. Es gab Workshops, Zusammenkünfte und Gemeindeversammlungen, in denen darüber diskutiert wurde, wie die Stadt denn aussehen soll. «Wir haben einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass das gebaut wird, was uns was bringt und wir auch wollen», sagte uns eine 49 jährige Erzieherin aus Las Tunas, die schon über 30 Jahren in diesem Quartier lebt und arbeitet, «dazu gab es hunderte Versammlungen, bis alle Projekte abgesegnet waren.» Dabei verliefen die Diskussionen nicht oberflächlich, wie man es von Infoanlässen bei Grossprojekten in der Schweiz kennt. Die Quartierbevölkerung brachte eigene Vorschläge ein, diskutierte die Ideen der Experten und verwarf auch einiges, das ihnen vorgesetzt wurde. Oder wie es ein 36 jähriger Motorradtaxifahrer formulierte: «Die Leute, die hier wohnen, entscheiden was mit dem Quartier passiert.»

Eine Knacknuss war beispielsweise das Abwägen zwischen der Entwicklung des Quartiers hin zu einem touristischen Zentrum oder dem Erhalt des Quartiers in seiner bisherigen Form. Während es wohl lukrativ gewesen wäre, entlang der Uferpromenade die alten Lagerhallen und Bauruinen abzureissen und sie mit neuen Hotels und Bars zu ersetzen, die Touristen anziehen würden, entschieden sich die EinwohnerInnen klar gegen derartige Ideen. Statt einer Touristenmeile wollte man ein durchmischtes Quartier, wo es auch Platz für Gäste aus dem Ausland hat, aber das vor allem eben denen entspricht, die dort leben. Neben der oben erwähnten neuen Bierbrauerei gibt es deshalb nun subventionierte Läden mit Früchten und Gemüsen. Ein Restaurant auf einer Fähre im Hafen richtet sich explizit an die Einheimischen und die zahlreichen öffentlichen Parks und Plätze sind hauptsächlich für die Quartierbewohner konzipiert.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie Stadtentwicklung von unten aussehen kann, ist der Umgang mit den BewohnerInnen derjeniger Häuser, die saniert wurden. Während in der Aufwertung im Kapitalismus die Sanierung einer Liegenschaft üblicherweise zuerst die Kündigung der Mietverträge der bisherigen BewohnerInnen bedeutet und nach vollzogener Sanierung die selben Wohnungen zu weit teureren Preisen wieder auf den Markt kommen, lief das in Santiago de Cuba ganz anders ab. Wenn die Wohnung von jemand saniert wurde, erhielt diese Person für diese Zeit eine Wohnung in einer anderen Gegend. Nach Abschluss der Bauarbeiten konnte man dann zurück in die frisch sanierte Wohnung, selbstverständlich ohne irgendeinen Mietzuschlag. Félix Alfonso, ein kubanischer Historiker der sich vor allem mit der Geschichte von Havanna befasst, sagte dazu: «Was unsere Renovierungen einzigartig macht, ist der Fakt, dass es kein Beispiel von Gentrifizierung ist, wo die Reichen Gebäude kaufen und renovieren, während die Armen wegziehen müssen. Unsere historischen Zentren bleiben ein Ort, wo gewöhnliche Menschen leben und arbeiten.»

Aufwertung im Sozialismus statt Gentrifizierung

Dass hier mit den Menschen geplant wird und nicht über ihre Köpfe hinweg Lofts und Hochhäuser gebaut werden, hat selbstverständlich auch einen Einfluss auf die die Art und Weise, wie die EinwohnerInnen von Santiago de Cuba diesen Stadtentwicklungsprozess aufnehmen. Sinnbildlich dafür ist die Tatsache, dass es die Leute aus dem Quartier nicht bloss beim mitdiskutieren beliessen. Auch auf den Baustellen waren immer wieder Menschen anzutreffen, die freiwillig am Aufbau ihres neuen Quartiers teilnahmen. Ein 50-jähriger Anwohner sagte uns: «Die Jungen haben freiwillig auf der Baustelle gearbeitet, weil es für sie ihr Projekt war. Sie werden das neu Gebaute am meisten benützen.» Organisiert wurde dies auch von den Gewerkschaften und den Politikern aus dem Stadtviertelsrat, aber gerade die Organisationen der Jugend übernahmen viel Verantwortung. Schüler und Studenten der nahegelegenen Sekundarschule und Wirtschaftshochschule seien gewissermassen Stammgäste auf den Baustellen gewesen. Am Beispiel Kubas zeigt sich, dass Aufwertung eben nicht Vertreibung heissen muss. Die Verdrängung, die uns hier als logische und unumkehrbare Entwicklung verkauft wird, ist nur im Kapitalismus unvermeidbar.

(Kubainfos)

Raúl Castro trägt sich ins Kondolenzbuch der französischen Botschaft ein

Der kubanische Präsident übermittelte die Solidarität des kubanischen Volkes mit den Familienangehörigen der Opfer der terroristischen Anschläge

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Raúl Castro Ruz trug sich in der Botschaft der Republik Frankreich in das Kondolenzbuch für die Opfer der terroristischen Anschläge ein. Foto: Estudio Revolución

Der Präsident des Staats- und des Ministerrats Raúl Castro Ruz besuchte am Montag die Botschaft der Republik Frankreich, um sich in das Kondolenzbuch für die Opfer der terroristischen Attentate, die am Freitag in Paris verübt worden waren, einzutragen.

Raúl schrieb: „Im Namen des Volkes und der Regierung Kubas möchte ich dem Volk und der Regierung Frankreichs unsere zutiefst empfundene Anteilnahme und unsere Solidarität mit den Familienangehörigen der zahlreichen Opfer dieser schrecklichen terroristischen Attentate vom 13. November, die wir entschieden verurteilen, übermitteln“.

(Kubainfos)

Sternenbanner in Havanna

US-Außenminister zu Besuch in Kuba. Wirtschaftsblockade bleibt Hindernis für Annäherung

Bauen an neuen Beziehungen: Vor der US-Botschaft in Havana bereiten Arbeiter am Mittwoch den Besuch von US-Außenminister Kerry vor Foto: EPA/Alejandro Ernesto/dpa - Bildfunk
Bauen an neuen Beziehungen: Vor der US-Botschaft in Havana bereiten Arbeiter am Mittwoch den Besuch von US-Außenminister Kerry vor
Foto: EPA/Alejandro Ernesto/dpa – Bildfunk

Mit dem ersten Besuch eines US-amerikanischen Außenministers seit 1945 fügt John Kerry den als historisch bezeichneten Ereignissen in Kuba heute ein weiteres hinzu. Washingtons Chefdiplomat will die wiedereröffnete Botschaft seines Landes mit einem Festakt offiziell einweihen. Havanna hatte seine diplomatische Vertretung in der US-Hauptstadt bereits am 20. Juli mit einer feierlichen Flaggenzeremonie in Betrieb genommen.

Für Kerrys eintägige Stippvisite sieht das Protokoll einen dichtgedrängten Zeitplan vor. Nach Landung der Sondermaschine auf dem Flughafen José Martí steht am Morgen (Ortszeit) das Hissen des Sternenbanners vor der US-Botschaft am Malecón auf dem Programm. Nach Einweihung der Botschaft wollen Kerry und sein Amtskollege Bruno Rodríguez zu einem erneuten Meinungsaustausch über die weiteren Schritte im Normalisierungsprozess zusammentreffen. Beobachter in Havanna erwarten eine gemeinsame Pressekonferenz beider Außenminister. Kerry, heißt es, habe die kubanischen Gastgeber zudem um die Möglichkeit eines kurzen Spaziergangs in Havanna gebeten.

Zu den geladenen Gästen gehört auch der Schweizer Außenminister Didier Burkhalter. Bis dato spielte die Alpenrepublik im Verhältnis beider Länder eine besondere Rolle. Nachdem die USA 1961 die diplomatischen Beziehungen zu Kuba einseitig abgebrochen hatten, existierten zwischen 1977 und dem 20. Juli 2015 lediglich Interessenvertretungen der beiden Länder in Washington und Havanna. Diese standen unter dem Schutzmandat der Schweiz. Nichtsdestotrotz hatten die USA mehrfach Strafgelder in Millionenhöhe über eidgenössische Banken verhängt, die finanzielle Transaktionen mit Bezug zu Kuba getätigt und sich damit vermeintlicher Verstöße gegen die von den USA verhängte Wirtschaftsblockade schuldig gemacht hatten.

Heftige Angriffe auf die Kubapolitik der Obama-Administration kamen vom rechten Flügel der Republikaner in den USA. Besonders legte sich dabei Senator Marco Rubio aus Florida ins Zeug, der für seine Partei als Kandidat bei der US-Präsidentschaftswahl im November 2016 antreten möchte. Wie AP am Mittwoch meldete, ist Rubio vor allem erbost darüber, dass zur offiziellen Feier in der US-Botschaft keine Systemgegner eingeladen wurden. »Sie, und nicht die Familie Castro« seien »die legitimen Repräsentanten des kubanischen Volkes«, behauptete Rubio. Laut Agentur hatte bis gestern auch die sonst von Washington hofierte Bloggerin Yoani Sánchez keine Antwort auf ihr Akkreditierungsgesuch als Journalistin erhalten. Das State Department will zwar bei der ursprünglichen Gästeliste für den Festakt bleiben, scheint dem Druck der Rechten jedoch auf andere Art nachzugeben. Der in Miami erscheinenden Tageszeitung Nuevo Herald zufolge plant Kerry für den heutigen Nachmittag in der Residenz des US-Botschafters ein Treffen mit einem kleinen Kreis von »Aktivisten« sowie eine gesonderte Flaggenzeremonie.

Wie AFP am vergangenen Samstag vermeldete, ist es in Havanna bereits zu Protesten einer Gruppe militanter Gegner der kubanischen Verfassung gekommen. Die Teilnehmer, bei denen es sich größtenteils um Mitglieder der von der EU und den USA hofierten Gruppe »Damen in Weiß« handelte, protestierten mit Obama-Masken gegen die Botschaftseröffnung und für die Beibehaltung der von den USA gegen Kuba verhängten Sanktionen. Die große Mehrheit der Bevölkerung in Kuba und in den USA begrüßt laut Umfragen derweil die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und spricht sich für die Beendigung der seit 1962 gegen die sozialistische Karibikinsel verhängte Blockade aus.

Aus kubanischer Sicht stellt eben jene Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade das größte Hindernis für die Normalisierung der Beziehungen beider Länder dar. Havanna besteht zudem auf Rückgabe des von den USA besetzten Gebietes in der Bucht von Guantánamo und fordert die Einstellung der von Washington finanzierten illegalen Radio- und Fernsehübertragungen, die Beendigung von Programmen zur Förderung der Subversion und Destabilisierung im Inneren sowie eine Entschädigung für die Schäden, die durch Anschläge und Blockade von den USA in Kuba verursacht wurden.

Von Volker Hermsdorf

https://www.jungewelt.de/2015/08-14/036.php

Buena Fe aus Kuba – “Ich wünsche mir mehr Gerechtigkeit auf der Welt und mehr Demokratie!”

Israel Rojas von der kubanischen Band “Buena Fe” stellt sich vor:

Buena Fe ist ein Duo das ursprünglich aus Guantánamo in Kuba kommt und mittlerweile in Havanna lebt. Viele ihrer Lieder sind revolutionär, antikapitalistisch oder auch gesellschaftskritisch. Am 26. und 27. Juni präsentieren sie im Theater Karl Marx in Havanna ihr neues Album “SOY”.

Hier noch eine Diskografie der bisher erschienenen Albums. Viele der Lieder findet man auf Youtube: 

Déjame entrar (2001)

  1. Déjame entrar
  2. Psicología al día
  3. Como un espejismo
  4. La zanja
  5. La ventana
  6. Guantanamero
  7. Como el neanderthal
  8. No juegues con mi soledad
  9. Puede que sí puede que no
  10. El destino de la abeja
  11. Para no ver eso
  12. Fuego y balacera
Productor: Israel Rojas, Ernesto Cisneros, Adolfo Martínez (Fito)
Asistentes de Producción:Cirilo Arozarena
Diseño: María de los Ángeles González
Obra en portada: Nelson Domínguez
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Arsenal (2003)

  1. Arsenal
  2. To be or no te vi
  3. Tras tus pies
  4. Buen viaje
  5. Intimidad
  6. Nunca digas nunca
  7. Cuando te amo
  8. Soñar en azul
  9. Noviembre
  10. Parque de provincia
  11. Propuesta
  12. Fin de fiesta
Productor: José Manuel García
Asistentes de Producción: Félix Paradelo, Cirilo Arozarena
Grabación y Masterización: Adolfo “Fito” Martínez
Diseño: Rancaño, Laura Portilla
Arreglos:Yoel Martínez, Ernesto Cisnero, Amed Medina, Israel Rojas, Alejandro Bonzón, M. Pérez
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Corazonero (2004)

  1. Llegaré, llegaré
  2. El duende del bache
  3. Cuando tú me faltas
  4. Por si las moscas
  5. Corazonero
  6. Sé de un ser
  7. Navegando a la deriva
  8. Soy
  9. Nacimos ángeles
  10. Argumentos
  11. Fiarme de ti
  12. Dios salve al rey
Productor: José Manuel García
Asistentes de Producción: Rocío Gracía, Félix Paradelo
Grabación: Eduardo Pérez
Diseño: Tomás Miña
Arreglos: Amed Medina, Emilio Vega y Ernesto Cisnero
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Presagios (2006)

  1. Quién es
  2. Contragolpes
  3. Das más
  4. Nalgas
  5. Con hijo incluido
  6. Sola va ya
  7. El eco de las plazas
  8. Sigo cayendo
  9. Premoniciones
  10. Si la vida pide vía
  11. Balada para Mario Conde
  12. Gracias por el fuego
Productor: José Manuel García
Asistentes de Producción: Rocío Gracía, Félix Paradelo, Omar Lafita
Grabación: Eduardo Pérez
Diseño: Tomás Miña
Arreglos: Amed Medina, Emilio Vega
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Catalejo (2008)

  1. Los barcos en el puerto
  2. Cada país
  3. La primera vez
  4. En cueros
  5. Lástima
  6. Fuera
  7. Catalejo
  8. Fantasmas
  9. A la muerte
  10. Mi aire
  11. Viernes, Sábado y Domingo
  12. Soy lo que ves
Productor: José Manuel García
Asistentes de Producción: José Raúl Varona
Grabación: Eduardo Pérez
Diseño: Tomás Miña
Arreglos: Amed Medina, Emilio Vega y Eduardo Sardiñas
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Extremistas Nobles (2010)
(con Frank Delgado)

  1. Extremistas Nobles
  2. El Gorrión
  3. Loco por Ti
  4. Cubañolito
  5. No te Salves
  6. Debo Ser Feliz
  7. Retazos de Amor
  8. Pescador de Sonrisas
  9. Melecio tenía Razón
  10. Afuera
  11. Sueños Simples
Sello discografico: EGREM
Grabación, mezcla y masterización: Adolfo Fito Martínez
Ilustración: Juan Padrón
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Pi 3.14 (2010)

  1. Lo que fue
  2. Dos emigrantes
  3. π 3,14
  4. Libre
  5. Mamífero Nacional (conElíades Ochoa)
  6. Sospecha
  7. Contra corriente
  8. Despedida (con Pablo Milanés)
  9. Lotería
  10. Mar adentro
  11. Miedos (con Los Aldeanos)
  12. Todo el mundo cuenta
Sello discográfico: EGREM
Producción Musical: Israel Rojas Fiel
Diseñadora: Lizbett Villegas Gutiérrez
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Dial (2013)

  1. Radio Reloj (intro)
  2. Acompáñame
  3. Buena hembra, mala sangre
  4. Pasa o parece
  5. La novela (sound track)
  6. Ojeo
  7. Volar sin ti
  8. Complaciendo peticiones (soundtrack)
  9. Si yo fuera
  10. Pablo
  11. Sandalio y Estelvina (soundtrack)
  12. Se bota a matar
  13. La culpa
  14. De proa a popa
  15. Papel en blanco
  16. Dial
  17. Corazón Universidad (bonustrack)
Sello discográfico: EGREM
Producción Musical:
Diseñadora:
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(Quelle der Diskografie: http://www.ecured.cu/index.php/D%C3%BAo_Buena_Fe)

Ein antikapitalistisches Lied von Buena Fe:

(kubainfos)

1. Mai 2015, Havanna: Rede von Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des CTC

Die kubanische Arbeiterklasse hat, zusammen mit unserem ganzen Volk, gute Gründe und Argumente, um den Internationalen Tag der Arbeiter mit Freude zu begehen.

1. Mai 2015, Havanna. Plaza de la Revolucion, Foto: www.granma.cu
1. Mai 2015, Havanna. Plaza de la Revolucion, Foto: www.granma.cu

Compañeras und Compañeros der Präsidentschaft,

verehrte Gäste,

Arbeiterinnen und Arbeiter,

die kubanische Arbeiterklasse hat, zusammen mit unserem ganzen Volk, gute Gründe und Argumente, um den Internationalen Tag der Arbeiter mit Freude zu begehen.

Ihre Gewerkschaften vertretend werden im ganzen Land große Gruppen von Arbeitern, Intellektuellen, Studenten und Soldaten in kompakten und farbenfreudigen Blöcken kämpferisch durch die Straßen und Alleen marschieren und der Welt eine wahre Botschaft der Einheit, Verpflichtung und mehrheitlichen Unterstützung des kubanischen Volkes für seine sozialistische Revolution, die Partei, Fidel und Raúl übermitteln.

Es erfüllt uns mit unendlichem Stolz, dass an einem Tag wie dem heutigen, an dem wir Lázaro Peña, Jesús Menéndez, Aracelio Iglesias und andere Gewerkschaftsführer ehren, die Fünf Helden der Republik Kuba, Gerardo, Ramón, Antonio, Fernando und René, unter uns sind, gemeinsam mit Vertretern des medizinischen Personals, das die Ebola-Epidemie in Afrika bekämpft hat, beredte Beispiele, unter anderen, dafür, was die Überzeugungen, die Standhaftigkeit, der Willen und die Treue zum Vaterland bedeuten.

Revolution bedeutet den Sinn des historischen Moments, sagte Fidel an diesem Ort vor genau 15 Jahren und definierte für heute und alle Zeiten sein Konzept der Revolution, was bereits unser ist, und diese Mobilisierung der Bevölkerung ist der deutlichste Beweis dafür, dass wir Millionen von Kubanerinnen und Kubaner sind, die bereit sind, das Werk der Gerechtigkeit und Würde, das wir errichtet haben, zu verteidigen und alles notwendige zu tun, um es zum erforderlichen Preis weiter zu vervollkommnen.

Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des CTC bei seiner Rede auf dem
Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des CTC bei seiner Rede auf dem “Plaza de la Revolucion” am 1. Mai 2015 in Havanna
Foto: Ricardo López Hevia, www.granma.cu

Arbeiter,

der Kampf im wirtschaftlich-produktiven Bereich bleibt weiterhin die erste Priorität der Gewerkschaftsbewegung. Die Arbeiter sind Protagonisten der Veränderungen, die bei der Neuordnung der Organe der zentralen Staatsverwaltung stattfinden, bei der Stärkung und Entwicklung des sozialistischen staatlichen Betriebs und insbesondere bei der Ausweitung und Diversifizierung der Formen der nicht-staatlichen Verwaltung.

Landsleute,

wir feiern dieses Fest des Weltproletariats in einem internationalen Kontext, dem intensiven Tagen des Kampfes vorangingen; unsere Waffen waren die Einhaltung der Prinzipien, die Kampfbereitschaft, der Widerstand, der Geist der Gerechtigkeit und Solidarität, die Kultur und Ideen, die die Revolution in mehr als fünf Jahrzehnten geschmiedet hat.

Kuba strahlte mit eigenem Licht auf dem 7. Amerika-Gipfel und dem Gipfel der Völker in Panama. Die zündende, transzendentale und überzeugende Botschaft unseres Präsidenten legte vor Amerika und der Welt die Wahrheit der Revolution dar, die dort ebenfalls durch mehr als hundert ihrer wahren Söhne und Töchter, darunter vielen jungen Menschen, vertreten wurde, die sich durch die Standhaftigkeit der Argumente und die Überzeugungskraft auszeichneten, mit der sie sie gegen Söldner und Staatenlose verteidigten.

In einem politischen Kontext, der dadurch gekennzeichnet ist, dass die US-Regierung das Scheitern ihrer Politik der Belästigung, Aggression und Blockade gegen unser Land anerkannt hat, sind bereits Schritte unternommen worden, um die diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten wieder herzustellen. Aber es bleibt ein langer und schwieriger Weg zurückzulegen und wir werden nur auf der Grundlage der Achtung der Souveränität und Unabhängigkeit Kubas in Richtung der Normalisierung der bilateralen Beziehungen vorankommen, welche die Aufhebung der Blockade und die Rückgabe des vom Marinestützpunkt Guantánamo usurpierten Territoriums einschließt.

Compañeras und Compañeros,

inmitten des hemisphärischen und globalen Kampfes zur Verteidigung des Volkes der Bolivarischen Republik Venezuela und der verfassungsmäßigen Regierung von Präsident Nicolás Maduro, der uns heute hier mit seiner Anwesenheit bei dieser Demonstration ehrt, bekräftigen wir von diesem legendären Platz der Revolution aus die Aussage von Raúl, und ich zitiere: „Ich bekräftige die feste Solidarität der Kubanischen Revolution mit der Bolivarischen Revolution, mit dem verfassungsmäßigen Präsidenten Nicolás Maduro und dem bürgerlich-militärischen Bündnis, das er anführt. Ich bekräftige die absolute Treue gegenüber dem Vermächtnis des Comandante Hugo Chávez, dem besten Freund der Kubanischen Revolution. Der Frieden, den heute Venezuela fordert und den wir alle brauchen, ist ein Frieden mit Gerechtigkeit, mit Gleichheit, der Frieden des aufrechten Gangs, nicht der Frieden auf den Knien, ist der Frieden mit Würde und Entwicklung.” Ende des Zitats.

Die Bolivarische Revolution hat die Unterstützung der Mehrheit des venezolanischen Volkes und erhält eine breite Solidarität der Region und anderer Völker der Welt. Wir lehnen jede Einmischung von außen ab, so wie die destabilisierenden Aktionen, Gewalt und Wirtschaftskrieg, die die verfassungsmäßige Ordnung Venezuelas, die Souveränität, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung des venezolanischen Volkes verletzen.

Wir begrüßen an diesem Morgen auch die Anwesenheit von Hunderten von Freunden verschiedener Gewerkschaften, sozialer Bewegungen und Solidaritätsgruppen, denen wir im Auftrag der kubanischen Arbeiterklasse unendliche Dankbarkeit für die permanente Unterstützung für unsere Sache aussprechen. Darüber hinaus bekräftigen wir die Botschaft der Solidarität und militante Verpflichtung gegenüber den Arbeitern, die heute in der Welt Opfer der brutalsten Repression sind, weil sie ihre grundlegendsten Rechte einfordern.

Die internationale Mobilisierung wird weiterhin den Kampf um die Beendigung der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade der Vereinigten Staaten gegen Kuba führen, deren Umsetzung voll weitergeführt wird, insbesondere in Bereichen, die die kubanische Bevölkerung am meisten betreffen.

Unsere Grüße an alle jungen Menschen, die das Werk der Revolution fortsetzen und Hauptakteure beim Erbringen der wirtschaftlichen, produktiven und sozialen Beiträge der Nation sind. An die berufstätigen Frauen, die in allen Bereichen tätig sind und in einigen heute die Mehrheit darstellen, speziell am 200. Jahrestag der Geburt von Mariana Grajales; und an unseren Weltgewerkschaftsbund im 70. Jahr seiner Gründung.

Liebe Compañeras, liebe Compañeros,

„Vereint beim Aufbau des Sozialismus“ ist das zentrale Thema dieses Festes. Es ist eine Synthese unserer Entscheidung und unseres gegenwärtigen und zukünftigen Vorhabens; der Stärke einer Arbeiterklasse, die an der Macht ist, deren einheitliche Aktionsplattform als Klasse die Fahnen erhebt für die Erhaltung des Friedens, für die Solidarität und Brüderlichkeit unter den Völkern.

Vorwärts, marschieren wir vereint mit der unerschütterlichen Gewissheit in den Sieg!

Es lebe die Revolution! Es leben Fidel und Raúl!

Es leben die Arbeiter!

Für immer, bis zum Sieg!

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-01/ansprache-von-ulises-guilarte-de-nacimiento-generalsekretar-des-ctc

1. MAI IN HAVANNA: Raúl präsidiert die Maidemonstration auf dem Platz der Revolution in Havanna

Vereint im Aufbau des Sozialismus
“Vereint im Aufbau des Sozialismus” steht auf dem Fronttransparent und ist zugleich auch die Parole 1. Mai 2015 in Kuba
Foto: www.granma.cu

Präsident Raúl Castro präsidiert die diesjährige Demonstration aus Anlass des 1. Mai auf dem Platz der Revolution „José Martí“ in Havanna, die ein erneuter Ausdruck der Unterstützung für die Revolution und die Aktualisierung ihres Wirtschaftsmodells ist.

Mit Fahnen, Bannern, Postern und anderen der Veranstaltung entsprechenden Initiativen und in den Farben der Nationalflagge gekleidet begannen die Teilnehmer der größten Massendemonstration des Landes ihren Marsch an diesem Freitag um sieben Uhr morgens.

Eine Tatsache, die die Überzeugung verstärkt, dass es notwendig ist, die Einheit zu wahren und gemeinsam, fröhlich und motiviert zu marschieren, ist die erstmalige Präsenz der Fünf Helden, nachdem sie lange und ungerechtfertigte Haftstrafen in US-Gefängnissen verbüßten, weil sie den Terrorismus bekämpften.

Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes Kubas (CTC), wies in der Hauptstadt darauf hin, dass an diesem 1. Mai die klare Entscheidung bestätigt werde, auch weiterhin den Integrationsprozess zu stärken, den Lateinamerika und die Karibik erleben.

Er erwähnte auch, dass der neue Ansatz der US-Regierung gegenüber Kuba im Hinblick auf den Prozess der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen, der eine neue Etappe hin zur Niederlage ihrer Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade von über 50 Jahren öffnet, eine Quelle der Zufriedenheit sei.

Kuba gehört zu den Ländern, die seit 1890 zu Ehren der Märtyrer von Chicago und in Übereinstimmung mit der Vereinbarung des Kongresses der Sozialistischen Internationale, der im Juli 1889 in Paris stattfand, den Internationalen Tag der Arbeiter begehen.

Seit 1959, mit der Arbeiterklasse an der Macht, mobilisieren der CTC und seine nationalen Gewerkschaften, die politischen und Massenorganisationen jedes Jahr Millionen von Kubanern im ganzen Land, um den 1. Mai zu feiern.

Bei den Feierlichkeiten werden die Kubaner vom Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela, Nicolás Maduro, begleitet. Foto: www.granma.cu
Bei den Feierlichkeiten werden die Kubaner vom Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela, Nicolás Maduro, begleitet.
Foto: www.granma.cu
Millionen Kubaner waren auch dieses Jahr auf den Strassen Foto: www.granma.cu
Millionen Kubaner waren auch dieses Jahr auf den Strassen
Foto: www.granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-01/raul-prasidiert-die-maidemonstration-auf-dem-platz-der-revolution-in-Havanna

Mehr Bilder findet ihr auf: www.granma.cu und www.juventudrebelde.cu

Roter Mai in Kuba

Zentrale Veranstaltung in der Hauptstadt mit den Cuban Five

Motto des 1. Mai in Kuba: »Vereint beim Aufbau des Sozialismus« Foto: Reuters
Motto des 1. Mai in Kuba: »Vereint beim Aufbau des Sozialismus«
Foto: Reuters

In Kuba werden am 1. Mai Millionen Menschen, darunter Menschen aus aller Welt, unter dem Motto »Vereint beim Aufbau des Sozialismus« (Unidos en la construcción del Socialismo) an Hunderten Demonstrationen, Kundgebungen und Feiern teilnehmen. Die zentrale Mai-Veranstaltung findet traditionsgemäß auf dem Platz der Revolution in Havanna statt. Ein Höhepunkt in diesem Jahr ist die angekündigte Teilnahme aller fünf Männer der Cuban-Five auf der Tribüne. In den vergangenen Jahren war deren Freilassung aus US-Gefängnissen noch eine Hauptforderung der Demonstranten gewesen. Die mittlerweile in ihrer Heimat als »Helden der Republik Kuba« verehrten und weltweit geachteten Aufklärer waren jahrelang in den USA inhaftiert, weil sie in Miami antikommunistische Terrorgruppen infiltriert und dadurch Anschläge in dem Inselstaat verhindert hatten. Am 17. Dezember 2014 waren die letzten drei freigelassen worden und nach Kuba zurückgekehrt. Ihre Freiheit sei auch von der internationalen Solidaritätsbewegung, die von zahlreichen Gewerkschaften unterstützt wird, erkämpft worden, sagte der Leiter der Internationalen Abteilung des Kubanischen Gewerkschaftsbundes CTC, Ernesto Freire Canzañas, in der englischsprachigen Ausgabe von Granma Internacional.

Auch in anderen kubanischen Städten gibt es am Freitag Demonstrationen, Kundgebungen und Mai-Veranstaltungen. An kaum einem anderen Ort der Welt wird der internationalistische Charakter des Kampf- und Feiertags der Werktätigen so deutlich wie auf der sozialistischen Karibikinsel. Bis zum Mittwoch hatten bereits über 1.800 Vertreter von gewerkschaftlichen Organisationen aus 68 Ländern ihre Teilnahme angemeldet. Die in Havanna eingetroffenen Delegationen besuchen bis zum Vorabend des 1. Mai Betriebe und andere Einrichtungen. Am Sonnabend dann wollen sich Gewerkschafter aus Kuba und anderen Ländern auf einer Solidaritätskonferenz über »Initiativen und Aktivitäten im Kampf gegen Kapitalismus, neoliberale Politik und Imperialismus« austauschen. Wie der CTC mitteilte, kommen zahlreiche Teilnehmer in diesem Jahr aus den Mitgliedsländern der Bolivarischen Allianz für die Völker unseres Amerika (ALBA), aber auch aus den USA. Neben der Mitarbeit in internationalen Gewerkschaftsverbänden pflegt der CTC eigene Kontakte zu mehr als 1.100 Beschäftigtenorganisationen und sozialen Verbänden in 136 Ländern.

Das zentrale Motto für dei 1. Mai-Veranstaltungen dieses Jahres »Vereint beim Aufbau des Sozialismus« sei gewählt worden, um die Leistungen und Siege der kubanischen Werktätigen zu feiern. Dabei sollten jedoch nicht die Mängel und Probleme außen vor gelassen werden, die es immer noch gebe und die die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und ihrer Familien beeinflussten, sagte CTC-Generalsekretär Ulises Guilarte de Nacimiento. Er bedankte sich für die Solidarität, »die das kubanische Volk in vielen Schlachten erfahren« habe. Letztere seien aber noch nicht beendet, weil die Blockade weiterhin bestehe. Der Gewerkschaftsvertreter hob »die bedingungslose Solidarität und die Verpflichtung Kubas gegenüber dem bolivarischen Bruderland Venezuela hervor. Er rief alle Arbeiter, Bauern, Studenten, Rentner, Hausfrauen und die übrige Bevölkerung zur Teilnahme an den Veranstaltungen auf, die eine Manifestation der kubanischen Gesellschaft seien. Guilarte de Nacimiento lobte besonders die Internationalisten, die in verschiedenen Teilen der Welt arbeiten. Dazu gehörten Pädagogen, die mit der Kampagne »Yo sí puedo« (Ich kann das) alphabetisierten. Größter Respekt gebühre aber vor allem den medizinischen Brigaden, die in Westafrika gegen die weitere Verbreitung des Ebola-Virus kämpften.

https://www.jungewelt.de/2015/04-30/020.php

Noch nie gesehene Luftaufnahmen von Kuba

Der litauische Fotograf Marius Jovaiša hat als erster Fotograf, Kuba mit einem Ultraleichtflugzeug überflogen. Im gelangen dabei atemberaubende Luftaufnahmen

Was seinen Luftraum betrifft, hat Kuba leider schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Unvergessen der Terroranschlag auf  “Cubana-Flug 455” der 73 Menschen das Leben kostete. Dieser Sprengstoffattentat wurde von den zwei Exilkubanern und CIA Agenten Luis Posada Carriles und Orlando Bosch Avila in Auftrag gegeben. Bosch lebte bis zu seinem Tod 2011 als freier Mann in Miami. Carriles lebt noch heute unbescholten in den USA und pflegt weiterhin Kontakte zu kubanischen Dissidenten, wie zum Beispiel Guillermo Fariñas, der von der bürgerlichen Presse vielfach als Kämpfer für Menschenrechte bezeichnet wird. (!)

Trotzdem haben die kubanischen Behörden dem litauischen Fotografen eine Sonderbewilligung gegeben, damit er Kuba von der Luft aus fotografieren konnte. Das hat bisher noch niemand zuvor getanDieses Projekt dauerte fünf Jahre und kostete insgesamt eine Million Dollar. Nun hat jedoch sein Buch “Unseen Cuba” das Licht der Welt erblickt. “Ich wollte der erste Künstler sein, der Kuba aus der Luft fotografiert hat“, sagte Jovaisa, der ähnliche Bücher zu Mexiko und Belize veröffentlichte.

Die Bilder möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Jedoch empfehle ich euch einen kurzen Blick auf die sehr ansprechende Website von Marius Jovaiša zu werfen. Somit könnt ihr die Bilder in einer “würdigen” Qualität betrachten: http://unseencuba.com/#the-book

(kubainfos)

Pinar del Rio Foto: Marius Jovaiša
Pinar del Rio
Foto: Marius Jovaiša
Pinar del Rio  Foto: Marius Jovaiša
Pinar del Rio
Foto: Marius Jovaiša
Der Friedhof
Der Friedhof “Cristóbal Colón”, in Havanna
Foto: Marius Jovaiša
“Castillo del Morro” in Havanna
Foto: Marius Jovaiša
Cayo de las Brujas Foto: Marius Jovaiša
Cayo de las Brujas
Foto: Marius Jovaiš

 

Kinder am Baseball spielen. Der Nationalsport von Kuba Foto: Marius Jovaiša
Kinder am Baseball spielen. Der Nationalsport von Kuba
Foto: Marius Jovaiša
Jardines del Rey Foto: Marius Jovaiša
Jardines del Rey
Foto: Marius Jovaiša

(kubainfos)