Jorgito – Ein Beispiel positiver Veränderung durch die Revolution (Interview)

Seit dem 1. Januar 2016 ist die erweiterte Version des Films „Die Kraft der Schwachen“ über  Jorgito aus Camagüey erhältlich. Der Film zeichnet ein beeindruckendes und authentisches Portrait eines Jungen mit einer schweren körperlichen Behinderung und seinen Kampf für die Freilassung der in den USA inhaftierten Cuban Five. Anlässlich der Vorstellung der neuen Version des Films hatten wir die Gelegenheit mit dem Filmemacher Tobias Kriele über seinen Dokumentarstreifen, Kuba und seine zukünftigen Pläne zu sprechen. 

 

Kubainfos: Zu welchem Zweck und mit welchem Ziel wurde der Film “Die Kraft der Schwachen” gemacht?

Tobias Kriele: Ich hatte mehrere Motivationen de Arbeit zu „Die Kraft der Schwachen“ aufzunehmen. Zum einen wollte ich mit dem Film persönliche Erfahrungen, die ich während meines 9jährigen Aufenthaltes in Kuba gemacht habe, für die Freunde in Europa vermittelbarer machen. Darüber hinaus hat mich die Frage beschäftigt, was eine Revolution ist und was sie im alltäglichen Leben der Menschen bedeutet. Jorgito ist sicher ein sehr ausdruckstarkes Beispiel für Dinge, die sich durch die Revolution im Leben von Menschen verändert haben. Ausserdem wollte ich mit Hilfe des Films den Fall der „Cuban 5“ Menschen zugänglicher machen, die sich sonst nicht mit kubanischer Politik auseinandersetzen. Die Geschichte von Jorgito bietet hierbei einen besonderen Zugang.

Was für Reaktionen hat der Film ausgelöst und was erwartest du von den Personen die diesen Film schauen?

Der Film wurde bereits in mehreren Ländern gezeigt. Die Reaktionen waren in jedem Land verschieden. Da ich den Film in erster Linie nicht für ein kubanisches Publikum gemacht habe, hat mich zum Beispiel überrascht, dass der Film dort so starke Reaktionen ausgelöst hat. Er wurde dort sehr positiv aufgenommen und mehrere Male im TV gezeigt. Mir hat einmal ein Kubaner gesagt: „Der Film hält uns einen Spiegel vor“. Für mich als Ausländer war es natürlich eine grosse Genugtuung, dass der Film von den Kubanern als „kubanischer Film“ angenommen wurde.

In der Schweiz, Deutschland und Italien war das Publikum sehr heterogen zusammengesetzt. Viele Zuschauer haben sich das erste Mal mit Kuba beschäftigt. Meiner Erfahrung nach hat der Film es sehr gut geschafft, eine Brücke zu schlagen und einen Zugang zu schaffen, trotz aller systematischen Verleumdungen durch die Presse. In diesem Sinne ist er erfolgreich.

Eine weitere Gruppe von Zuschauern waren Eltern von Kindern mit Behinderungen. Hier waren die Reaktionen sehr heftig und zum Teil mit radikalen Einsichten verbunden. Der Bezug zu Kuba auf die Wirklichkeit von Europa wurde sehr direkt gezogen. Da gab es sehr bewegende Schlussfolgerungen der betroffenen Menschen. Mir als Nichtexperten hinsichtlich der Lebensbedingungen behinderter Menschen hat dies tiefe Einblicke darin gewährt, wie kompliziert, widersprüchlich und von Verachtung geprägt das Leben der Menschen mit Behinderungen in sogenannten hoch entwickelten Ländern sein kann.

Wir wollen den Film auch in den USA zeigen und haben diesbezüglich die Erwartung, dass es der Film schafft, den Diskurs über Kuba, so wie er momentan besteht aufzubrechen, einen neuen Zugang zu Kuba zu schaffen und   damit alte Bilder aufzubrechen. Wir vermuten, dass damit eine grosse Dynamik freigesetzt werden wird.

Wird es zukünftige Projekte mit Jorgito geben?

Der Film ist ja nun auch in der erweiterten Fassung fertig, aber es ist noch einiges offen was die Verbreitung des Films angeht.  Zuerst mal werden wir im Frühjahr 2016 mit Jorgito den Film in den USA vorstellen.

Als weitere Projekte sind geplant, dass wir weiterhin eine regelmässige Kolumne von Jorgito in verschiedenen Zeitschriften der deutschsprachigen Solidaritätsarbeit veröffentlichen und er somit regelmässig als Journalist präsent ist. Ein anderer Plan ist, dass wir kubanische Blogger unterstützen möchten. Wenn man Jorgito kennt, dann weiss man, dass Jorgito eine sprudelnde Quelle von Ideen und Projekten ist. Das wird damit zu tun habe, dass er fest davon überzeugt ist, dass man die Welt verändern kann.

Geniessen andere kubanische Menschen mit Behinderungen die gleiche medizinische und soziale Versorgung wie Jorgito?

Ein Beispiel, welches Jorgito gerne anfürh, ist der Fall einer jungen Studentin, die auf Grund ihrer schweren Behinderung mit Sauerstoff künstlich behandelt werden musste und dadurch nicht mehr die Universität besuchen konnte. Ihre Professoren beschlossen, abends die morgendlichen Vorlesungen bei ihr zu Hause zu wiederholen, damit Sie ihre Ausbildung abschliessen konnte.

Es wäre jedoch unangebracht zu sagen, dass jeder Mensch mit Behinderung in Kuba glücklich ist. Die kubanische Revolution bietet etwas an, aber ob dieses Angebot auch immer genutzt wird, variiert von Einzelfall zu Einzelfall.

Ein weiteres Beispiel:

Jorgito traf am Rande unserer Dreharbeiten in einer Sekundarschule ein behindertes Mädchen, welches von ihrer Lehrerin gefüttert wurde. Er hat ihr darauf hin einige Fragen gestellt, doch ehe das Mädchen eine Antwort geben konnte, hatte schon die Lehrerin für sie geantwortet. Jorgito ging daraufhin schnurstracks zur Schuldirektorin stellte Fragen nach der Pathologie des Mädchens und der ihm gewährten Unterstützung. Als die Rektorin auf die Fragen nicht überzeugend antworten konnte, erklärte Jorgito ihr: „Ich komme in vier Wochen wieder und stelle die gleichen Fragen nochmals und dann möchte ich andere Antworten hören“

Diese Anekdote zeigt auch, dass Jorgito ein sehr überzeugter Revolutionär ist, der Kuba verteidigt – Er ist jedoch zugleich sehr kritisch und fast unerbittlich mit Dingen, die in Kuba falsch gemacht werden, oder mit Möglichkeiten, die nicht genutzt werden.

Ich hole so weit aus, um verständlich zu machen, dass nicht jeder Mensch mit Behinderung in Kuba automatisch zu einem Jorgito wird. Dank der Revolution sind die Möglichkeiten zur optimalen Betreuung von Menschen mit Behinderung in Kuba zwar vorhanden, doch um die Ausnutzung dieser Möglichkeiten muss man jeden Tag neu kämpfen.

Warum und für welche soziale Gruppe sollte Jorgito ein Vorbild sein? 

Jorgito kann für viele verschiedene Menschen ein Vorbild sein, nicht nur für kubanische Jugendliche mit Behinderungen. Gerardo Hernandez von den Cuban Five hat treffend gesagt, dass Jorgito – so wie die Kubaner an sich – ein Symbol dafür ist, dass man aus einer schwierigen Ausgangssituation, die geprägt ist von Widrigkeiten, das Handeln in die Hand nehmen kann. Dafür, dasss man nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch die Verhältnisse, in denen man lebt, gestalten kann. Ohne dabei zum Träumer zu werden oder die Welt nur umzudeuten, erklärt uns Jorgito, dass man tatsächlich die Dinge verändern kann.

Jorgito hat mit seinem Beitrag geholfen, Gerardo Hernandez aus dem Gefängnis zu holen und er glaubt daran, dass uns Menschen, vorausgesetzt, dass wir gemeinsam Handeln und in Einheit für ein Ziel einstehen, alles möglich ist. Dieser kubanische Kampfgeist, hat es verdient in der ganzen Welt wahrgenommen zu werden. Es ist auch eine Inspiration für uns, die wir in den kapitalistischen Zentren leben und oft das Gefühl haben, dass wir nur kommentieren können, nichts verändern. Doch dass die Welt wirklich zu verändern ist, zeigt uns Jorgito in dem Film.

Hatte Jorgito schon immer mit dieser Leidenschaft, mit der er die Revolution verteidigt und für gerechte Sachen einsteht?

Jorgito selber sagt, dass eine seiner ersten Empfindungen das Gefühl der Dankbarkeit für die Zuwendung war, die ihm die kubanische Revolution hat zukommen lassen und die ihm ermöglicht hat, sein eigenes Leben zu leben. Diese Dankbarkeit ist für Jorgito nicht nur moralisch, er hat vielmehr schon früh das Bedürfnis gespürt, etwas von Erhaltenen zurück zu geben. Schon in der Vorschule hat Jorgito begonnen, mit anderen Kindern zu diskutieren, seine Sicht der Dinge zu berichten und über das Gute zu sprechen, das ihm widerfahren ist. Schon als ganz kleines Kind wurde er in dieser Haltung geprägt und hat die Kinder dazu aufgefordert, diese Solidarität ihrerseits weiter zu geben.

Kann man auf Grund der Geschichte sagen, dass in der Frage der Gesundheit ein vor und nach der Revolution gegeben hat? Oder gab es vor der Revolution eine ähnlich gute medizinische und soziale Betreuung für Menschen mit Behinderungen? 

Es ist bekannt, dass es vor der Revolution in Kuba keine nennenswerten Einrichtungen im Bereich der Sonderpädagogik gegeben hat. Die wenigen Einrichtungen, die es gab, existierten alle in Havanna und für die Behandlung behinderter Kinder der damaligen wohlhabenden Oberschicht. Für die arme Bevölkerung gab es in diesem Bereich jedoch keine speziellen Therapien oder medizinische Versorgungen.

Eine Reportage des kubanischen Fernsehens über kubanische Ärzte, die im Rahmen der internationalen Hilfseinsätze in Nicaragua abgelegene Dörfer besuchen und dort die Menschen behandeln, hat mich sehr berührt. Eine Familie musste dort mangels Alternativen ihren behinderten Sohn am Morgen mit einem Strick an einen Baum anbinden, damit Sie auf dem Land arbeiten gehen konnten. Dies ist ein Hinweis darauf, wie die Situation vor der kubanischen Revolution ausgesehen hat.

Eine kubanische Lehrerin hat mir erzählt, dass Sie nach der Revolution in ein abgelegenes kubanisches Dorf geschickt wurde. Dort musste Sie junge Mütter über grundlegende Dinge der Hygiene aufklären. Zum Beispiel gab es Babys, die von Ratten angefressen wurden, weil ihre Mütter sie aus Unwissenheit auf dem Boden liegen gelassen hatten.

Man kann mit Gewissheit sagen, dass sich durch die Revolution die Situation sich radikal verändert hat. Man muss dazu nur die Berichte der UNESCO lesen, in denen immer wieder herausgestellt wird, dass die kubanische Form der Sonderpädagogik in Lateinamerika vollkommen konkurrenzlos ist und bei weitem alles übertrifft, was sonst in diesem Erdteil an Unterstützung für Menschen mit Behinderungen existiert.

Infos zum Film:

Trailer

www.kraftderschwachen.de

neue Version des Films für 15 CHF aus der Schweiz bestellen: national@cuba-si.ch

und aus Deutschland für 10 Euro: Mail an oder auf www.fgbrdkuba.de/shop/

(Kubainfos)

Raul Castro live in Paris (Livestreams und Videos) UPDATE

President Raúl Castro Ruz befindet sich momentan auf Staatsbesuch in Frankreich. Der Besuch wird bereits jetzt als historisch bezeichnet. Die berühmte Avenue des Champs-Élysées wurde zu diesem Anlass mit kubanischen Flaggen geschmückt. Es ist der erste kubanische Besuch dieser Art in Frankreich und generell in einem Land der EU.

Ab Montag, 1. Februar 2016 um 10 Uhr könnt ihr auf Kuba Infos den Besuch Raul Castros in Frankreich live mit verfolgen:

(man muss das Video zuerst ca. 4 min vorspulen, da die Übertragung Verspätung hatte und zuerst nur ein “Piepston” ertönt!)

UPDATE: Sobald die Liveübertragungen beendet sind, werden die Streams automatisch zu Videos.

 Kubas Raul Castro trifft François Hollande:

Kubas Raul Castro trifft sich mit Paris Bürgermeisterin Anne Hidalgo und dem französischen Minister für Bildung:

Kubas Raul Castro trifft sich mit dem französischen Premierminister Manuel Valls:

 

 

(kubainfos)

Stadtentwicklung in Kuba – Aufwertung ohne Verdrängung

Wie Aufwertung im Kapitalismus funktioniert, wissen wir. Bei einer Reise nach Kuba fragten wir nach, wie diese im Sozialismus vonstatten geht.

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AnwohnerInnen beim Wiederaufbau des Quartiers

Im Jahr 2012 überzog der Hurrikan Sandy die kubanische Stadt Santiago de Cuba, in der rund eine halbe Million Menschen leben. 130’000 Häuser wurden beschädigt, rund ein Zehntel davon komplett zerstört. Doch der Wiederaufbau begann schnell, nach zwei Tagen trafen Arbeitsbrigaden aus verschiedenen Landesteilen in der Stadt ein, um mit anzupacken.

Drei Jahre später sieht man in der Stadt kaum mehr etwas, das an den Hurrikan erinnern würde. Im Gegenteil, Santiago de Cuba blüht richtiggehend auf. Es gibt eine neue Uferpromenade, die Bucht wurde aufgewertet und soll als Naherholungsgebiet dienen, aus Lagerhäusern wurden Restaurants und eine Bierbrauerei, neue Parks und Plätze sollen die Quartiere am Hafen zu einem Anziehungspunkt für Touristen und Einheimischen machen.

Stadtplanung von den BewohnerInnen

Klar, dass bei so überschwänglichen Worten auch die Frage aufkommt, was dieser Entwicklungsprozess denn für die dortigen BewohnerInnen bedeutet. Denn aufgrund der Erfahrungen mit Stadtaufwertung im Kapitalismus würden wir davon ausgehen, dass dieser Prozess nicht nur eine Aufwertung der Quartiere, sondern auch eine Verdrängung eines Grossteils der bisherigen Bevölkerung zur Folge hätte. Man stelle sich vor, die Stadtplaner, Baufirmen und Investoren der Schweiz erhielten die Möglichkeit, in Zürich das Niederdorf neu zu bauen, sich in Kleinbasel auszutoben oder im Berner Lorrainequartier zu wüten.

In Gesprächen mit Menschen aus Santiago de Cuba zeigte sich aber schnell, dass der Prozess hier ganz anders läuft als wir ihn sonst kennen. Es gab Workshops, Zusammenkünfte und Gemeindeversammlungen, in denen darüber diskutiert wurde, wie die Stadt denn aussehen soll. «Wir haben einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass das gebaut wird, was uns was bringt und wir auch wollen», sagte uns eine 49 jährige Erzieherin aus Las Tunas, die schon über 30 Jahren in diesem Quartier lebt und arbeitet, «dazu gab es hunderte Versammlungen, bis alle Projekte abgesegnet waren.» Dabei verliefen die Diskussionen nicht oberflächlich, wie man es von Infoanlässen bei Grossprojekten in der Schweiz kennt. Die Quartierbevölkerung brachte eigene Vorschläge ein, diskutierte die Ideen der Experten und verwarf auch einiges, das ihnen vorgesetzt wurde. Oder wie es ein 36 jähriger Motorradtaxifahrer formulierte: «Die Leute, die hier wohnen, entscheiden was mit dem Quartier passiert.»

Eine Knacknuss war beispielsweise das Abwägen zwischen der Entwicklung des Quartiers hin zu einem touristischen Zentrum oder dem Erhalt des Quartiers in seiner bisherigen Form. Während es wohl lukrativ gewesen wäre, entlang der Uferpromenade die alten Lagerhallen und Bauruinen abzureissen und sie mit neuen Hotels und Bars zu ersetzen, die Touristen anziehen würden, entschieden sich die EinwohnerInnen klar gegen derartige Ideen. Statt einer Touristenmeile wollte man ein durchmischtes Quartier, wo es auch Platz für Gäste aus dem Ausland hat, aber das vor allem eben denen entspricht, die dort leben. Neben der oben erwähnten neuen Bierbrauerei gibt es deshalb nun subventionierte Läden mit Früchten und Gemüsen. Ein Restaurant auf einer Fähre im Hafen richtet sich explizit an die Einheimischen und die zahlreichen öffentlichen Parks und Plätze sind hauptsächlich für die Quartierbewohner konzipiert.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie Stadtentwicklung von unten aussehen kann, ist der Umgang mit den BewohnerInnen derjeniger Häuser, die saniert wurden. Während in der Aufwertung im Kapitalismus die Sanierung einer Liegenschaft üblicherweise zuerst die Kündigung der Mietverträge der bisherigen BewohnerInnen bedeutet und nach vollzogener Sanierung die selben Wohnungen zu weit teureren Preisen wieder auf den Markt kommen, lief das in Santiago de Cuba ganz anders ab. Wenn die Wohnung von jemand saniert wurde, erhielt diese Person für diese Zeit eine Wohnung in einer anderen Gegend. Nach Abschluss der Bauarbeiten konnte man dann zurück in die frisch sanierte Wohnung, selbstverständlich ohne irgendeinen Mietzuschlag. Félix Alfonso, ein kubanischer Historiker der sich vor allem mit der Geschichte von Havanna befasst, sagte dazu: «Was unsere Renovierungen einzigartig macht, ist der Fakt, dass es kein Beispiel von Gentrifizierung ist, wo die Reichen Gebäude kaufen und renovieren, während die Armen wegziehen müssen. Unsere historischen Zentren bleiben ein Ort, wo gewöhnliche Menschen leben und arbeiten.»

Aufwertung im Sozialismus statt Gentrifizierung

Dass hier mit den Menschen geplant wird und nicht über ihre Köpfe hinweg Lofts und Hochhäuser gebaut werden, hat selbstverständlich auch einen Einfluss auf die die Art und Weise, wie die EinwohnerInnen von Santiago de Cuba diesen Stadtentwicklungsprozess aufnehmen. Sinnbildlich dafür ist die Tatsache, dass es die Leute aus dem Quartier nicht bloss beim mitdiskutieren beliessen. Auch auf den Baustellen waren immer wieder Menschen anzutreffen, die freiwillig am Aufbau ihres neuen Quartiers teilnahmen. Ein 50-jähriger Anwohner sagte uns: «Die Jungen haben freiwillig auf der Baustelle gearbeitet, weil es für sie ihr Projekt war. Sie werden das neu Gebaute am meisten benützen.» Organisiert wurde dies auch von den Gewerkschaften und den Politikern aus dem Stadtviertelsrat, aber gerade die Organisationen der Jugend übernahmen viel Verantwortung. Schüler und Studenten der nahegelegenen Sekundarschule und Wirtschaftshochschule seien gewissermassen Stammgäste auf den Baustellen gewesen. Am Beispiel Kubas zeigt sich, dass Aufwertung eben nicht Vertreibung heissen muss. Die Verdrängung, die uns hier als logische und unumkehrbare Entwicklung verkauft wird, ist nur im Kapitalismus unvermeidbar.

(Kubainfos)

Das Jahr 2015 war ein gutes Jahr für den Tourismus in Santiago de Cuba

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass das Jahr 2015 für den Tourismus in Santiago de Cuba ein sehr gutes Jahr war. Das Wachstum bei den Ankünften von Touristen beträgt 20%. Damit kann Santiago mit 11 Millionen Pesos mehr rechnen, als für das Jahr 2015 eingeplant wurde.

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wird bald eröffnet: “Hotel Imperial” im Zentrum von Santiago de Cuba (mehr Fotos auf Facebook: Miguel Noa Menéndez)

Das 500 Jahre Jubiläum der Stadt Santiago wurde von Hotelneueröffnungen, Renovationen und vielen Erweiterungen der touristischen Dienstleistungen geprägt. (einige dieser Neuigkeiten sind hier beschrieben: “Santiago de Cuba mit bedeutenden Neuerungen zum 500 Jahre Jubiläum”

Vor allem die Winterhochsaison startete mit sehr guten Zahlen. Dazu beigetragen haben neue Direktflüge von Kanada durch Sunwing Airlines und die erstmalige Ankunft von einer grossen Zahl Venezolanischen Touristen. Ausserdem haben dank neu eröffneten Kreuzfahrtterminals mehr Kreuzfahrtschiffe die Karibikstadt besucht.

Für die Bevölkerung gehörte der neu gebauten Malecón und der neu eröffneten “Ocio Club” zu den belibtesten Orten um die Freizeit zu verbringen. Die Eröffnung des “Grand Hotel” und des monumentalen Hotel “Imperial” ist auf Anfang dieses Jahres geplant.

Auch das Aus- und Weiterbildungsangebot im Tourismusbereich wurde verbessert. Zum 20 Jahre Jubiläum der Tourismusgewerkschaft gab es verschiedene Feiern und ein erweitertes Angebot für Angestellte im Tourismus in Form von Sprachkursen, Schulungen und Workshops.

Für die Zukunft möchte man ausserdem die Gastronomie ausbauen und in diesem Bereich vielfältiger werden. Auch in Sachen Kulturunterhaltung wird das jetzt schon sehr breite Angebot noch vergrössert werden.

Das alles sind sehr gute Neuigkeiten und wir sind überzeugt das Santiago de Cuba auch im Jahr 2016 mit seiner authentischen Gastfreundschaft, seiner lebendigen Kultur und natürlich mit viel Musik und Lebensfreude Tausende Touristen begeistern wird.

(Kubainfos)

PS: Einen aktuellen Reisebericht zu Santiago de Cuba findet ihr hier:

Vorbildhaft hält das Land an seinen sozialistischen Grundsätzen fest (Reisebericht + Fotos)

Kuba Infos wünscht ein gutes neues Jahr 2016. Als Start ins neue Jahr haben wir einen interessanten Reisebericht einer Kuba-Kennerin der Vereinigung Schweiz-Cuba für euch.

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neu renovierter Boulevard “Enramadas” in Santiago de Cuba (Dezember 2015)

Zum 15. Mal bereise ich Cuba, und wenn ich vergleiche, was war und was ist, gibt es Bereiche mit grossen Unterschieden, andere mit praktisch keinen. Nun ist natürlich meine Sichtweise beschränkt, es ist die einer Touristin, allerdings einer Touristin mit Zugang zu Diskussionen mit Cubaner_innen aus unterschiedlichsten sozialen Gruppen. Mein Bericht ist von unserer Reise durch das Land geprägt und bezieht sich nicht auf die Situation in Havanna, mit der man sich speziell befassen müsste.

Das Land leidet nach wie vor unter der Blockade, dies ist offensichtlich. So ist es enorm schwierig, im Lande selbst die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen und die Wirtschaft anzukurbeln. Die Regierung möchte die Landwirtschaft fördern und stellt Willigen zu besten Konditionen Land für den Anbau zur Verfügung. Wie aber soll das Land bebaut werden wenn keine Werkzeuge oder Traktoren zur Verfügung stehen? Ähnlich steht es wohl in vielen Bereichen, immer wieder scheitert vorhandenes „Know-how“ an materiellen Hürden. So kann ich es gut nachvollziehen, dass initiative, fantasievolle und unternehmungslustige Leute an eben diesen Gegebenheiten fast verzweifeln und – auch weil Cuba eine Insel ist, und man einmal etwas anderes sehen möchte – ihr Glück im Ausland versuchen wollen. Cubaner_innen können bekanntlich legal ausreisen, so sie denn das dazu nötige Geld haben und das Land, in welches sie reisen wollen, sie auch hereinlässt.

Das eben aktuelle „Stranden“ von über 3000 Cubaner_innen in Zentralamerika hat allerdings noch einen ganz anderen Grund: Da Cuba und die USA seit Dezember 2014 diplomatische Beziehungen aufgenommen haben, befürchten viele, dass der Cuban Adjustment Act („dry foot – wet foot“) bald aufgehoben werden könnte, welcher jedem/jeder Cubaner_in, der/die die USA erreicht, sofortige Staatsbürgerschaft und Privilegien gegenüber andern Lateinamerikaner_innen verspricht.

Vorbildhaft hält das Land an seinen sozialistischen Grundsätzen fest und dies ist natürlich nicht gratis: Der Staat garantiert den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung für alle, zahlt für seine Bürger_innen täglich 11 Millionen Brote und einen Liter Milch für alle Kinder unter 7 Jahren. Und wie soll das alles berappt werden? In einem Land, dem kaum Kredite gewährt werden? Cuba muss importierte Lebensmittel meist cash in Dollar bezahlen. Diese Gratwanderung kann nur mit Hilfe des Tourismus bewältigt werden. Cuba schafft es nur mit grosser Mühe, die Infrastruktur einigermassen auf dem heutzutage von den Touristen verlangten Niveau zu halten; das feuchtheisse Klima und die salzhaltige Meeresluft nagen permanent an Holz, Metall und Farbanstrichen.

Angesichts dieser Situation erleben wir immer wieder Erfreuliches: Überall im Lande stellen wir mehr Bautätigkeit fest als je, sei dies privater Ausbau der eigenen Casa (häufig mit Hilfe von Bekannten aus dem Ausland) oder staatlicher Häuserbau.

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staatlicher Häuserbau in Santiago de Cuba (Dezember 2015)

Santiago de Cuba hat sich innerhalb eines Jahres zur Perle gemausert. Nachdem die Stadt 2012 vom Wirbelsturm Sandy sozusagen flach gefegt wurde, hat sie sich unter dem landesweit berühmten ersten Sekretär des Exekutivbüros Lázaro F. Expósito zum 500. Jahr ihrer Gründung prachtvoll herausgeputzt. Das Zentrum ist weitgehend neu renoviert und beim vorher unbedeutenden Hafen entstand ein riesiges Areal mit Hafenmole, Kinderspielplatz, Flaniermeile, einem Restaurant und einer Brasserie.

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Die neu gebaute Hafenmole (Malecon) in Santiago de Cuba (Dezember 2015) Naherholungsgebiet und Flaniermeile für Einheimische und Touristen

Also, wer immer nach Cuba reisen möchte: Auf nach Santiago de Cuba – gerne helfen wir mit Infos und Adressen!

Ebenso erfreulich ist es, zu sehen und zu hören, dass ein grosser Teil der Bevölkerung mit beachtlichem Arbeitseinsatz und viel Energie hinter den Errungenschaften der Revolution steht und für diese kämpft. Und mit dabei ist auch die Jugend, sei es Denize, die sich als Vorsitzende der UJC (Union Junger Kommunisten) in Baracoa einsetzt oder Jorgito mit seinem Blog (http://jorgitoxcuba.wordpress.com). Der Besuch bei Jorgito und seiner Familie in Camaguey gehört zu den Highlights unserer Reise. Wir kannten den behinderten Jungen ja erst aus dem Film „El Poder de los Débiles“ – nun hatten wir Gelegenheit, die ganze Familie kennen zu lernen und Jorgito zu Hause zu erleben, sein Zimmer zu sehen, wo er am Computer arbeitet.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass sich jeder Einsatz für dieses Land und seine Bevölkerung lohnt – und nach den negativen Ergebnissen der Wahlen in Argentinien und in Venezuela mehr denn je.

Magdalena Hohl

PS:

Der Film “El Poder de los Debiles kann mit verschiedensprachigen Untertiteln bestellt werden:

Aus der Schweiz: http://www.cuba-si.ch/de/kontakt/

Aus Deutschland und Österreich per Mail:

oder online bei “Junge Welt: Junge Welt Shop

(Kubainfos)

Erklärung des Präsidenten des Staats- und des Ministerrats, Armeegeneral Raúl Castro Ruz

Erklärung von Raúl Castro Ruz, anlässlich des ersten Jahrestages der Ankündigungen vom 17. Dezember 2014 zur Entscheidung, die diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den USA wieder aufzunehmen

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Ein Jahr ist vergangen seit den am 17. Dezember 2014 durch die Präsidenten Kubas und der Vereinigten Staaten gleichzeitig erfolgten Ankündigen, die diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen und an der Verbesserung unserer Beziehungen zu arbeiten.

Gestern vor einem Jahr konnten wir, innerhalb der erreichten Vereinbarung zur Lösung von Problemen, die für beide Länder von Interesse sind, mit großer Freude die Heimkehr von Gerardo, Ramón und Antonio bekanntgeben, womit wir das von Fidel gegebene Versprechen erfüllten, dass unsere Fünf Helden zurückkehren würden.

Zum gleichen Zeitpunkt beschlossen wir, in Übereinstimmung mit unserer wiederholt geäußerten Bereitschaft, mit der Regierung der Vereinigten Staaten eine respektvollen Dilaog zu führen, der auf souveräner Gleichheit basiert, um die verschiedenen Probleme auf Gegenseitigkeit beruhende Weise zu lösen und ohne die nationale Unabhängigkeit und die Selbstbestimmung unseres Volkes zu beeinträchtigen, gegenseitige Maßnahmen zu ergreifen, um das bilaterale Klima zu verbessern und in Richtung einer Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern voranzuschreiten.

Von da an kann man feststellen, dass wir einige Ergebnisse erzielt haben, vor allem im politisch-diplomatischen Bereich und bei der Zusammenarbeit:

• Die diplomatischen Beziehungen wurden wiederhergestellt und die Botschaften beider Länder wiedereröffnet. Dem ging die Richtigstellung der ungerechtfertigten Bezeichnung Kubas als ein Land, das den Terrorismus fördert, voraus.

• Es fanden zwei Treffen zwischen den Präsidenten beider Länder statt sowie andere Treffen und hochrangige Besuche.

• Die bereits bestehende Zusammenarbeit in Bereichen beiderseitigen Interesses wurde ausgeweitet. Das betrifft die Luftsicherheit und die Luftfahrt, die Bekämpfung des Drogenhandels, die illegale Emigration, den Menschenhandel und den Betrug bei der Migration.

• Es haben sich neue Gebiete der bilateralen Zusammenarbeit zu Themen beiderseitigen Nutzens eröffnet ; dazu gehören der Umweltschutz, die Anwendung und Erfüllung von Gesetzen, die See- und Hafensicherheit und die Gesundheit.

• Es wurden Gespräche eingeleitet zu Fragen bilateralen und multilateralen Interesses, wie Klimawandel, die gegenseitigen Entschädigungen, Menschenhandel und Menschenrechte, wobei wir zu diesem letzteren Thema tiefe Differenzen haben und den Austausch auf der Grundlage der Achtung und Gegenseitigkeit führen.Wir haben Vereinbarungen über Umweltschutz und die Wiederherstellung des direkten Postverkehrs unterzeichnet.

• All dies wurde durch einen professionellen und respektvollen Dialog erreicht, auf der Grundlage der Gleichheit und Gegenseitigkeit.

Im Gegensatz dazu sind in diesem Jahr keinerlei Fortschritte bei der Bewältigung der Probleme gemacht worden, die für Kuba wesentlich sind, um normale Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu unterhalten.

Obwohl Präsident Barack Obama seine Opposition zur Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade bekräftigte und den Kongress dazu aufgerufen hat, sie zu beenden, ist diese Politik weiterhin in Kraft. Die finanzielle Verfolgung der legitimen Transaktionen Kubas und die exterritorialen Auswirkungen der Blockade bestehen weiter, was in unserem Volk zu Schäden und Entbehrungen führt und das Haupthindernis für die Entwicklung der kubanischen Wirtschaft ist.

Die von Präsident Obama bisher getroffenen Maßnahmen sind zwar positiv, haben aber nur begrenzte Reichweite, was deren Implementierung behindert hat. Der Präsident kann in Ausübung seiner exekutiven Vollmachten den Umfang der bereits beschlossenen Maßnahmen erweitern und neue einführen, die die Anwendung der Blockadebestimmungen wesentlich verändern.

Trotz der wiederholten Forderung Kubas, dass ihm das illegal vom Marinestützpunkt Guantánamo besetzte Gebiet zurückzugeben ist, hat die Regierung der USA zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht beabsichtigt, den Status dieser Enklave zu ändern.

Die Regierung der Vereinigten Staaten unterhält Programme, die die kubanische Souveränität verletzen, wie zum Beispiel Projekte zur Förderung von Veränderungen in unserer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ordnung und illegale Radio- und Fernsehsendungen, für deren Realisierung weiterhin Fonds in Millionenhöhe gewährt werden.

Weiterhin wird eine Einwanderungspolitik angewandt, die kubanische Bürger bevorzugt. Sie kommt in der Politik der trockenen Füße-nassen Füße, im Parole Programm für medizinische Fachkräfte und im Cuban Adjustment Act zum Ausdruck kommt, die alle noch gültig sind, was eine illegale, unsichere, ungeordnete und unvorschriftsmäßige Migration anregt, den Menschenhandel und andere damit zusammenhängende Verbrechen fördert und anderen Ländern Probleme schafft.

Die Regierung Kubas wird weiterhin darauf bestehen, dass es, um die Normalisierung der Beziehungen zu erreichen, unerlässlich ist, dass die Regierung der Vereinigten Staaten alle diese Maßnahmen der Vergangenheit beseitigt, die das kubanische Volk und die Nation beeinträchtigen und weder in den derzeitigen bilateralen Kontext passen noch dem von den beiden Ländern bei der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zum Ausdruck gebrachten Willen entsprechen, Beziehungen des Respekts und der Zusammenarbeit zwischen den beiden Völkern und Regierungen aufzubauen.
Niemand darf erwarten, dass Kuba, um die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu normalisieren, die Sache der Unabhängigkeit aufgebe, für die unser Volk seit 1868 große Opfer brachte; oder vergesse, dass nach vielen Enttäuschungen und 60 Jahren totaler Abhängigkeit diese schließlich am 1. Januar 1959 mit dem Sieg der Rebellenarmee unter dem Kommando von Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz erreicht wurde.
Das kubanische Volk wird niemals die Prinzipien und Ideale aufgeben, für die Generationen von Kubanern im Laufe des letzten halben Jahrhunderts gekämpft haben. Das Recht eines jeden Staates, das wirtschaftliche, politische und soziale Systems zu wählen, das er wünscht, ohne Einmischung in jeglicher Form, muss respektiert werden.

Die Regierung Kubas hat die volle Bereitschaft, weiterhin beim Aufbau von Beziehungen zu den Vereinigten Staaten voranzuschreiten, die sich von denen der gesamten bisherigen Geschichte unterscheiden, auf gegenseitiger Achtung der Souveränität und Unabhängigkeit basieren, von Vorteil für beide Länder und Völker sind und auf historischen, kulturellen und familiären Verbindungen beruhen, die zwischen Kubanern und US-Amerikanern bestanden haben.
Kuba wird, in voller Ausübung seiner Souveränität und mit der mehrheitlichen Unterstützung seines Volkes, weiterhin in dem Transformationsprozess zur Aktualisierung seines Wirtschafts- und Sozialmodells vertieft sein, um die Entwicklung des Landes zu fördern, das Wohlergehen der Bevölkerung zu erhöhen und die Errungenschaften der sozialistischen Revolution zu stärken.
Vielen Dank.

Raúl Castro Ruz, 18.12.2015

Wir rufen europaweit zu Aktionen zur Solidarität mit dem sozialistischen Cuba auf! (UPDATE: Bilder einiger Aktionen)

Anbei ein paar Bilder von verschiedenen Aktionen in der Schweiz und Deutschland. (17.12.2015, 1. internationaler Solidaritätstag mit dem sozialistischen Cuba)

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Mahnwache “Fairplay for Cuba” in Bern, am 20.12.2015

 

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Mahnwache “Fairplay for Cuba” in Bern, am 20.1.2015

 

 mehr dazu auf der Seite der Vereinigung Schweiz-Cuba

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Das angestrahlte Karl-Liebknecht-Haus in Berlin am 17.12.2015

 

Auch Kuba Infos und die Vereinigung Schweiz-Cuba rufen zum internationalen Aktionstag zur Solidarität mit dem sozialistischen Kuba auf.

Egal ob farbig, laut oder in einer anderen Form: Jede Aktion hilft, auf die menschenverachtende Blockade gegen Kuba aufmerksam zu machen.

Seit selber aktiv und kreativ, oder beteiligt euch an einer der Aktionen:

Mahnwache vor dem Käfigturm in Bern Schweiz (ganztägig, ab 10 Uhr bis 20 Uhr)

Zu Aktivitäten für das sozialistische Cuba gibt es viele Gründe und Anlässe:
• Am 17. Dezember 2014 kündigten US-Präsident Barack Obama und der kubanische Staatspräsident Raul Castro an, sie würden einen Prozess der Verbesserung der Beziehungen beider Länder beginnen. Trotzdem ist das menschenverachtende US-Embargo noch immer in Kraft. Es hat das Ziel einen “System Change” zu provozieren!
• An jenem Tag wurden außerdem die restlichen drei der „Cuban 5“ nach 16 Jahren ungerechter Haft aus US-Gefängnissen entlassen.
• Am 10.12. wurde der internationale Tag der Menschenrechte begangen – und noch immer sind über einhundert Menschen im US-Lager Guantanamo gefangen. Dieses Gebiet ist unrechtmässig und unter Protest Kubas von den USA besetzt und muss sofort an Kuba zurückgegeben werden!

Weitere Infos und Flugblatt von Netzwerk Cuba:

http://www.netzwerk-cuba.de/aktuelles/wir-rufen-fuer-den-17-dezember-bundesweit-zu-aktionen-zur-solidaritaet-mit-dem-sozialistischen-cuba-auf.html

Für den Kommunismus!

(kubainfos)

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„In Kuba ist niemand arm!“

Wir haben einen Leserbrief zum Thema Armut und Kuba erhalten. Diese Lesermeinung möchten wir euch nicht vorenthalten. Wir empfinden es als äusserst wichtig, dass Menschen die nicht nur Kuba und Europa kennen sich zu Kuba äussern und diese Erfahrungen mit unseren Lesern teilen. Obwohl wir alle die Wahrheit kennen sollten, ist es immer wieder wichtig ,solche Berichte zu lesen und somit die Erfahrungen zu kollektivieren.

Beinahe wöchentlich erscheinen auch in den deutschsprachigen Medien diskreditierende Artikel über Kuba. Die Beiträge haben gemeinsam, dass sie mit extrem viel Unwissenheit und sogar Lügen gespickt sind. Vielfach wird geschrieben wie arm die Kubaner doch sind und wie sie doch noch in dieser ganzen Misere namens Sozialismus fröhlich und optimistisch sein können. 

Das tägliche (über-)Leben wird als harter Kampf bezeichnet. Wenn man die Artikel so liest, dann ist man sehr verwundert, dass das Land im Human Development Index  der Vereinten Nationen von 187 Ländern den 44 Platz belegt. Haben sich die Vereinten Nationen geirrt? Sie sind zwar nicht dafür bekannt, dass sie Kuba schönreden, ganz im Gegenteil. Oder verdrehen vielleicht die Medien die Wahrheit? Und was ist mit den Duzenden Kommentarschreiber auf Facebook die sich „Freunde von Kuba“ nennen und immer wieder betonen wie traurig die Situation in Kuba sei. Keine Freiheit, Armut überall Hunger, schlechte medizinische Versorgung etc.  Ich bemitleide diese Menschen sehr, denn sie sind Kleingeister, die die Welt nicht kennen und obwohl sie im reichen Europa leben, nicht mal das kleinste Mass an Allgemeinbildung besitzen.

Ich rechne so hart mit diesen Menschen ab, weil man nach zwei Minuten suchen im Internet wissen könnte, was Armut ist! Was Hunger und was Ungleichheit bedeutet. Mit ihren Aussagen, dass Kuba arm sei, schlagen Sie Milliarden wirklich armen Menschen die Faust ins Gesicht.

Ich hatte die Möglichkeit nach Indien zu reisen. Ich reiste nach Mumbai, nach Indore und auch nach Neu Delhi. Was ich an Armut gesehen habe, lässt sich kaum in Worte fassen. Kleinkinder die im Müll nach Essen suchen. Frauen die wegen Ehebruch gesteinigt oder bei lebendigem Leib verbrannt werden. Behinderte die 100km von der Zivilisation ausgesetzt werden, weil die Familie es unmöglich überleben würde, sich um das behinderte Kind zu kümmern. Häuser die aus Kuhfladen gezimmert wurden. Aus Tüchern, Palmenblättern und Plastikabfällen. Über 80 Millionen leben noch vom Jagen und Sammeln und wissen noch nicht mal was eine moderne Zivilisation ist. Die grosse Mehrheit bekommt weder Bildung noch minimale medizinische Betreuung. Geschweige denn kostenlos. Es zerriss mich die ganze Armut mit eigenen Augen zu sehen. Die Ungerechtigkeit, das Kastensystem, Diskriminierung, Armut, Hunger, Ausbeutung. Internationale Firmen die gut Geschäfte machen mit ihren Baumwollplantagen wo Inder zu sklavenähnlichen Löhnen Mehrwert für kapitalistische Firmen schaffen! Der Profit fliesst ins Ausland, die Umweltzerstörung, den durch die Industrie verursachten Wassermangel, bezahlt die Bevölkerung.

Wo sind hier die Menschen und Medien die kritisieren? Ich lese über Indien nicht jede Woche eine Kritik am (kapitalistischen) System, oder an der (demokratischen?) Regierung! Wer das Wort Armut in Zusammenhang mit Kuba in den Mund nimmt, sollte nach Indien reisen! Es geht mir nicht darum auf Indien rumzuhacken. Genauso gut hätte ich eines der 50 Länder am Ende der Human Development Index Rangliste nehmen können. Es geh mir darum, dass jeder der Kuba angreift in dem er die Wahrheit verdreht und es als arm bezeichnet, auch Milliarden wirklich armer Menschen attackiert und ihr Leid verharmlost und vom  wirklichen Schuldigen der Misere ablenkt: Dem Kapitalismus, der Reichtum für Wenige und Armut für die Mehrheit produziert!

Wer Kuba so verunglimpf t, entwürdigt die 1 Million ehemals blinden Menschen die dank Kuba durch die Operation Milagro das Augenlicht zurückgewonnen haben. Er entwürdigt die Millionen Afrikaner in Angola, Namibia und Südafrika die dank Kuba ihre Unabhängigkeit erhielten und sich vom Joch ihrer Unterdrücker befreien konnten. Er entwürdigt auch über 80% der Kubaner die der Revolution so viel Gutes zu verdanken haben und ohne nun nicht mal Lesen oder Schreiben könnten, in Zuständen wie in Indien leben müssten. Ohne medizinische Versorgung, ohne Würde, ohne Gleichberechtigung, in Ungerechtigkeit und in grosser Ausbeutung.

In Kuba ist niemand arm. Es ist eine Beleidigung, Menschen als arm zu bezeichnen, nur weil sie nicht so viel besitzen wie Menschen in Europa, die von dem kapitalistischen Ausbeutersystem direkt profitieren. Kubaner die Bedürfnisse nach  Smartphones, Computern und Auslandsreisen haben sind nicht arm. Kuba hat wirtschaftlich noch viel Potenzial nach oben. Dieses Potenzial wird es auch nützen und so werden die Bedürfnisse der Bevölkerung sich stetig weiterentwickeln. Dies ist auch gut so. Ein Bedürfnis der Kubaner wird jedoch auch weiterhin bleiben, sich für eine gerechtere, bessere und klassenlose Welt einzusetzen.

Es lebe die kubanische Revolution, die allen Widrigkeiten zum Trotz, wie ein Fels in der Brandung steht. Während die ganze Welt wankt, standhaft bleibt und dabei nicht müde wird internationale Solidarität praktisch zu leben und sich unermüdlich für die Armen und Schwachen, für die rechtlosen und Unterdrückten einzusetzen!

Es lebe Fidel und Raul, es lebe das revolutionäre kubanische Volk!

Solidarität mit dem indischen Volkskrieg!

Für den Kommunismus!

Venceremos!

Yisel, 31 Jahre (Kubanerin aus Santiago)

 

volkskrieg
Plakat des Bündnis gegen imperialistische Aggression zur Unterstützung der kommunistischen Guerilla in Indien. Der Volkskrieg richtet sich seit den 80er Jahren gegen Armut und feudal-kapitalistische Ausbeutung.

 

 

(Kubainfos)

Selbstständige Arbeiter vergrößern die Gewerkschaften

Die gewerkschaftliche Zugehörigkeit des nicht-staatlichen Sektors wächst langsam an und trägt zur Stärkung des Aktualisierungsprozesses des Wirtschaftsmodells bei.

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Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist einer der größten Anliegen Foto: Tomada de Radio Angulo

HOLGUÍN – Die gewerkschaftliche Zugehörigkeit des nicht-staatlichen Sektors wächst langsam an und trägt zur Stärkung des Aktualisierungsprozesses des Wirtschaftsmodells bei.

Von den mehr als 22.300 Frauen und Männern, die, als sie sich als selbstständige Arbeiter registrierten, ohne irgendeine Anbindung an staatliche Einrichtungen waren, war es möglich, 81,5% von ihnen in den über 400 gewerkschaftlichen Sektionen zusammenzufassen.

Damit diese sich nun richtig vertreten fühlen, fördern die Organisationen an der Basis die Intensivierung der Auseinandersetzung mit jenen, die sich außerhalb der Gesetze bewegen, wie Fahrer, Fahrradtaxifahrer, fliegende Händler und andere, die keine Steuern zahlen.

Man kümmert sich aber auch um Schwierigkeiten die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Ersatzteilen für Autos, Fahrräder und Lastwagen stehen, um den Zugang zu Orten, an den Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden können und ganz im allgemeinen um bessere Arbeitsbedingungen.

Man nutzt dabei die Erfahrungen der Sektoren Transport und Häfen, Tourismus, Nahrungsmittelindistrie und Öffentliche Verwaltung, die sich dadaurch ausgezeichnet haben, dass sie die selbstständigen Arbeiter genauso korrekt behandeln wie staatlichen.

Der Generalsekretär der Gewerkschaft in der Provinz Holguín, George Batista Pérez, betonte auch, dass die Mehrheit der selbständigen Arbeiter große menschliche Qualitäten aufwiesen und sofort reagierten, wenn man sich mit ihnen in Verbindung setze. Das bedeute aber nicht, dass man nicht Anstrengungen zu ihrer Schulung durchführen sollte. „Wir möchten, dass sie die Gesetze kennen, die sie schützen und die Rolle, die die Gewerkschaften in der Verteidigung ihrer Rechte einnehmen , ohne dass die Zahlung des Gewerkschaftsbeitrags oder des Beitrag zum Staatshaushalt durch steuerliche Verpflichtungen dabei vernachlässigt wird.“

Granma

Raúl Castro trägt sich ins Kondolenzbuch der französischen Botschaft ein

Der kubanische Präsident übermittelte die Solidarität des kubanischen Volkes mit den Familienangehörigen der Opfer der terroristischen Anschläge

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Raúl Castro Ruz trug sich in der Botschaft der Republik Frankreich in das Kondolenzbuch für die Opfer der terroristischen Anschläge ein. Foto: Estudio Revolución

Der Präsident des Staats- und des Ministerrats Raúl Castro Ruz besuchte am Montag die Botschaft der Republik Frankreich, um sich in das Kondolenzbuch für die Opfer der terroristischen Attentate, die am Freitag in Paris verübt worden waren, einzutragen.

Raúl schrieb: „Im Namen des Volkes und der Regierung Kubas möchte ich dem Volk und der Regierung Frankreichs unsere zutiefst empfundene Anteilnahme und unsere Solidarität mit den Familienangehörigen der zahlreichen Opfer dieser schrecklichen terroristischen Attentate vom 13. November, die wir entschieden verurteilen, übermitteln“.

(Kubainfos)